RAINER JOGSCHIES – 21 Hamburg 90

Rainer B. Jogschies - Portrait, Friedrich-Ebert-Gymnasium, 1973

„Sie haben lange gewartet bis ihr „Gymnasium für Jungen“ endlich das „Gymnasium für Jungen und Mädchen“ wurde ( 1972 ! ). Noch immer sind sie überwiegend unter sich. Jüngere Mädchen sind nur in Pausen zu sehen, gleichaltrige allenfalls bei den Altphilologen.“ ( Friedrich-Ebert-Gymnasium )

Was sagt uns Harburg schon? Eine journalistische Ehrenrettung für einen scheinbar unbedeutenden Stadtteil. Rainer Jogschies berichtete als Journalist in den 1970 – 1980er Jahren aus dem Hamburger Stadtteil Harburg. Es sind unglaubliche, aber dennoch wahre Geschichten, bei denen man bestenfalls an Schilda, schlimmstenfalls an Palermo erinnert wird.


„Ein spannendes Stück über den Niedergang eines Ortes, der einst für die wirtschaftliche Größe der Hansestadt stand – und am 11.9. international zum Synonym für Terror wurde.“

Sie können sich ein Bild von der Zerstörung machen, die die Hamburger Verwaltung im Stadtteil Harburg in den Siebzigerjahren verantwortete.

Stadtzerstörung durch „Sanierung“ | Fotos ansehen | www.nachttischbuch.de

Diese Aufnahmen von der „Sanierung“ im Hamburger Stadtteil Harburg aus den Siebzigerjahren wurden zuerst abgedruckt in dem Reportage- und Essay-Buch 21 Hamburg 90, das 2013 im Berliner Nachttischbuch-Verlag erschien.

BUCH | RAINER B. JOGSCHIES – 21 Hamburg 90

LESEPROBEN

Nachttischbuch-Verlag, 2013
Taschenbuch: 220 Seiten
Sprache: Deutsch
12,7 x 1,2 x 20,3 cm

Harburg an der Elbe | „21 … 90“ ist die frühere Postleitzahl der ehemals selbständigen Gemeinde Harburg:

Es geht um einen Stadtteil am Rande Hamburgs – unbedeutend und doch seit dem „11.9.“ weltbekannt, da drei der Attentäter hier studierten.

2013 wurde der Bezirk an der Süderelbe erneut aus aller Welt besehen. Anlass war die „Internationale Gartenbauschau“ (igs) und die „Internationale Bauausstellung“ (IBA) in Wilhelmsburg, einem früheren Ortsteil Harburgs. Medienwirksam wurde ein zynisches Spektakel abgefeiert, dass die ernsten sozialen und ökologischen Probleme dieser Kommune nicht lösen konnte.

Wie ein Faden durch ein finsteres Kriminalstück …
Rainer Jogschies untersucht in seinem Reportagenband die alltäglichen Verletzungen, Unterlassungen und Vergehen

Mit seinen Reportagen erinnert Rainer Jogschies an Vorfälle, die sich der so genannten „Ökonomie der Aufmerksamkeit“ in den klassischen Medien rasch entzogen. Wie er seine Notizen für den stern, den vorwärts, das Deutsche Allgemeine Sonntagsblatt und andere – mal bizarr, mal ungeheuerlich – nun zu einem Buch zusammenstellte, bearbeitete und aktuell ergänzte, erinnern sie fast wie ein Faden durch ein finsteres Kriminalstück.

Es werden geheime Verbindungen, Verstrickungen und hintertriebene Tatmuster deutlich. Hier geht aber nicht um Taten, die geahndet werden (sollten), sondern um die alltäglichen Zumutungen, Verletzungen, Unterlassungen, Verstöße und Vergehen – beispielhaft festgehalten in und für „21 … 90“, den oft vergessenen Ort hinter einer überholten Postleitzahl.

Was sagt uns Harburg schon?

Eine journalistische Ehrenrettung für einen scheinbar unbedeutenden Stadtteil

Eine Stadt, deren Zerstörung nach dem Zweiten Weltkrieg, mit einer „Sanierung“ begann. Ein Hafen, unter dessen schadstoffhaltigem Schlick jahrhundertalte Elbdörfer begraben wurden. Ein hochgiftiger Müllberg, der zum Ausflugsziel umgebaut werden soll ( und mittlerweile wurde ) . Ein Kaufhaus, das mittels des größten Atombunkers Deutschlands einen Schnellbahnanschluss ins Basement bekam. Ein Nazigegner, der fünf Jahre lang von der Justiz wegen angeblichen Landfriedensbruchs verfolgt wurde. Ein Kriegsgegner, der nicht beweisen konnte, dass er nicht töten mochte.

Rainer Jogschies berichtete als Journalist in den 1970 -1990er Jahren von diesen und ähnlichen Vorgängen aus dem Hamburger Stadtteil ´Harburg´. Es sind unglaubliche, aber dennoch wahre Geschichten, bei denen man bestenfalls an Schilda, schlimmstenfalls an Palermo erinnert wird.

Spurensuche bei der C-Prominenz – Als in Harburg das Dschungelcamp stand

Rainer Jogschies für die TAZ | Artikel lesen

Warum bloß kommen so viele Stars und Sternchen ausgerechnet aus Hamburgs Süden?

„In Harburg bleibt so vieles „unerzählt“. Gras drüber, dass Arno Funke in den Neunzigern unter dem trotteligen nom de guerre „Dagobert“ zum Auftakt einer Bundesbahnerpressung ein Schließfach im örtlichen Fernbahnhof sprengte. Im Jahr 2000 wurde „Bundesbahnchef“ Hartmut Mehdorn immerhin erster „Ehrendoktor“ der Technischen Universität – zum Dank: Er hatte ihr Praktika bei seinem vorherigen Arbeitgeber vermittelt, dem Flugzeughersteller Airbus. Davon sollen jene Studenten profitiert haben, die am 11. September 2001 mit entführten Passagiermaschinen ins World Trade Center flogen. Und Harburg weltweit bekannt machten.“


jogschies.info

Hier finden Sie beeindruckende Jogschies-Artikel aus drei Jahrzehnten Journalismus. Aber finden Sie noch die Welt dazu? Wie schnell vergeht das Gelesene?

Endlich Nichtwähler! | Artikel lesen

Vom Misstrauensvotum gegen Willy Brandt zur Misstrauenswahl nach Ronald Barnabaß Schill. Rainer B. Jogschies über die Bemühungen von Politikern, nicht mehr ernst genommen zu werden.

1974, wollte Rainer Jogschies „erstmals“ wählen – bei der Hamburg-Wahl im Februar 2004, der ersten von 14 Wahlen in diesem Jahr, verweigerte der Journalist und Politologe in Hamburg erstmals die Wahl. Und wenig später schmiss der Bundeskanzler Gerhard Schröder sein Amt hin, ein Misstrauensvotum hatte er schon nicht mehr nötig …

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