Stadtmuseum Harburg

Stadthistorische Keimzelle: Harburger Schloss um 1850
Hier soll im historischen Keller eine Außenstelle 
des Stadtmuseums Harburg ( vormals Helms-Museum ) entstehen.
Foto: Stadtmuseum Harburg

Ende 2018 wurde der ursprüngliche Name der stadtgeschichtlichen Sammlung von „Helms-Museum“ in das „Stadtmuseum Harburg“ geändert.





AUSSTELLUNGEN

hot stuff – Archäologie des Alltags

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Das Archäologische Museum Hamburg / Stadtmuseum Harburg zeigt vom 31. Oktober 2019 bis 26. April 2020 die neue Sonderausstellung „hot stuff – Archäologie des Alltags“.

Erinnert werden soll an die Zeit, in der der Walkman, der Ghettoblaster oder der iPod stilprägend für eine ganze Generation waren! Insbesondere technische Geräte waren Ausdruck des Lifestyles und der Abgrenzung zur älteren Generation. Heute sind diese Dinge aus dem Alltag verschwunden, der immer schneller voranschreitende technologische Fortschritt lässt diese Objekte wie Relikte aus der Steinzeit anmuten.

In der Ausstellung begegnen die Besucher diesem hot stuff nun noch einmal wieder. Dingen, die erst vor kurzem ein Must-have waren und heute von Kindern und Jugendlichen ungläubig bestaunt werden. hot stuff lädt dazu ein, selbst zum Museumsführer zu werden, vertrauten Objekten aus der eigenen Vergangenheit wieder zu begegnen und persönliche Erinnerungen auszutauschen.


Ein kulturpolitischer Rückblick

Auf dem Hamburger Kulturgipfel im Oktober 2010 wurde der Erhalt des Altonaer Museums und die Verschiebung weiterer Sparauflagen ausgehandelt. Die Stiftung Historische Museen musste allerdings bei allen zugehörigen Häusern ( auch Archäologisches Museum Hamburg & Helms-Museum ) im nächsten Jahr 500 000 Euro einsparen. In den darauffolgenden drei Jahren erhöhte sich die Summe um je eine Million Euro, bis 2014 dann 3,5 Millionen Euro erreicht wurden, die ursprünglich vorgesehene Auflage.

Da die Museumsstiftung keinen Cent weniger sparen musste und 3,5 Millionen, wie die Betroffenen vorrechneten, für alle Häuser nicht reichten, mussten „kreative Lösungen“ gefunden werden. Betroffen war dann das Harburger Helms-Museum/Stadtgeschichte.

Nach der vorläufigen Rettung des Altonaer Museums könnte nun das Helms-Museum fällig werden

Petra Schellen für die TAZ | Artikel lesen
[ Interview vom 28. 11. 2010 mit Rainer-Maria Weiss, Direktor des ( damaligen ) Helms-Museums. Zuvor Kustos am Berliner Museum für Vor- und Frühgeschichte ]

taz: Herr Weiss, seit dem Kulturgipfel steht nicht mehr das Altonaer Museum auf der Abschussliste, sondern eventuell das Helms-Museum. Wie stehen Sie dazu?

Rainer-Maria Weiss: Auf einer potenziellen Liste standen alle Häuser der Stiftung Historische Museen. Die Frage ist, an welcher Stelle man steht. Bisher wurde nur über Platz eins gesprochen, und da stand offenbar das Altonaer Museum. Von Kürzungs- oder gar Schließungsplänen für das Helms-Museum weiß ich allerdings nichts.

Wir sind das Hamburger Museum für Archäologie mit bedeutenden Beständen aus ganz Norddeutschland.

taz: Und damit kein lokal verankertes Museum, das bei Schließungsplänen eine Lobby hätte.

Rainer-Maria Weiss: Doch, die hat es. Wenn Sie in der Bezirksversammlung Harburg, an der TU, beim Wirtschaftsverein oder anderen auch nur andeuteten, dass das Helms-Museum schließen könnte, bräche ein Proteststurm los. Denn für die Harburger ist das “ihr” Museum, das hat auch mit ihrem Selbstverständnis gegenüber Hamburg zu tun. Wer diesem Haus Böses will, der lernt den Süden kennen.

Die Harburger Stadtgeschichte konnte Herr Weiss damit wohl nicht gemeint haben. Der Stand in 2019 scheint zu sein, das das Stadtmuseum Harburg eine Institution mit eingelagertem Sammlungsbestand und ohne Dauerausstellungsräumlichkeiten ist. Die Feuerwache wurde geschlossen und die stadtgeschichtliche Sparte damit eingespart. Einen Proteststurm hat es nicht gegeben. Damit hat man den zahnlosen kulturellen Süden wahrlich kennengelernt.

Vermutlich waren die geringen Besucherzahlen der regionalen Zielgruppe verantwortlich für diese Entscheidung, transparent wird diese Entwicklung von den Verantwortlichen des Archäologischen Museums Hamburg leider nicht kommuniziert.


Ein Plan für die stadtgeschichtliche Zukunft

Re-Vitalisierung des historischen Kellers im Restgebäude „HARBURGER SCHLOSS“

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Innerhalb des regional abgefeierten Projektes der Neuerschließung der “SCHLOSSinsel” spielte das Schloss selbst bislang keine, seiner historischen Bedeutung entsprechende, Rolle. Das soll sich jetzt ändern.

In der Mitte der Schlossinsel befindet sich das im 19. Jahrhundert zum Wohngebäude degenerierte Restgebäude Harburger Schloss. Hier soll im historischen Keller eine Außenstelle des Stadtmuseums Harburg (Helms-Museums) entstehen. Seit Herbst 2017 soll in den historischen Räumlichkeiten die Geschichte Harburgs bis zur Industrialisierung präsentiert werden. Bislang konnte auch dieser Plan nicht realisiert werden.

Drei Räume mit insgesamt 120 Quadratmetern ! Fläche stehen im Keller zur Verfügung, darunter das letzte noch vorhandene gotische Gewölbe, das als ältester erhaltener Raum Hamburgs gilt.

Mit einer Re-Vitalisierung des historischen Kellers würde das quasi „tote“ Helms-Museum ( Stadtmuseum Harburger Stadtgeschichte ) zumindest zu einem kleinen Teil wieder lebendig.


AUSSTELLUNGEN

Stadthistorische Keimzelle: Harburger Schloss
Historischer Keller | Foto: Stadtmuseum Harburg

Dauerausstellung [ in Planung ]

HARBURGER STADTGESCHICHTE

Auch wenn es noch nicht ganz so weit ist, möchte das Stadtmuseum Harburg Sie schon jetzt zur Eröffnung der neuen Dauerausstellung zur frühen Harburger Stadtgeschichte einladen, die im Gewölbekeller des Harburger Schlosses zu sehen sein wird. Der Eröffnungstermin wird rechtzeitig bekannt gegeben!

Das seit 2016 angekündigte Projekt bleibt leider auch in 2019 unvollendet. Die Erfahrung der letzten Jahre lässt auf eine weitere Verzögerung der Eröffnung auf 2020/2021 oder gar 2022 vermuten.

Anhand von Modellen, historischen Ansichten, Stadtplänen und einer Vielzahl anderer historischer Objekte will die neue Ausstellung künftig die Anfänge der bis 1937 selbständigen Stadt Harburg zeigen.

Harburg soll, auf „ambitionierten“ 120 Quadratmeternin seinen unterschiedlichen historischen Facetten: Als Residenzstadt, als Garnisonsstadt, als Stadt auf dem Weg zur Moderne und als Arbeiterstadt dargestellt werden.


HARBURGER „SCHLOSS“

An der Horeburg 8a
21079 Hamburg-Harburg ( Binnenhafen )


Sonderausstellung

31. Oktober 2019 – 26. April 2020

War nicht eben erst der Walkman noch der letzte Schrei? War der 386er-Rechner wirklich vor 30 Jahren aktuell? Und gespeichert wurde auf Diskette? Hatte mein letztes Mobiltelefon nicht noch Tasten? Und wann war ich zuletzt in einer Telefonzelle? Einer was?! Was heute noch absoluter hot stuff ist, erscheint morgen schon wie ein Relikt aus der Steinzeit. Mit der Ausstellung „hot stuff – Archäologie des Alltags“ wird ein Revival der 1970er-Jahre bis 2000er-Jahre gefeiert. Gerade technische Geräte spiegeln stets auch den Lifestyle einer Generation wider. Sie wecken Begehrlichkeiten und setzen Trends. Und das Trend-Karussell dreht sich immer schneller. In der Ausstellung können die Besucher selbst zum Museumsführer werden, vertrauten Objekten aus der eigenen Vergangenheit wieder begegnen und persönliche Erinnerungen austauschen. Wer könnte der jungen Generation besser das Lebensgefühl unserer jüngsten Vergangenheit vermitteln als die Eltern und Großeltern – viele Stationen zum Anfassen, Ausprobieren, Lauschen und Staunen laden dazu ein.

Eine Begegnung mit Kultgegenständen der Vergangenheit

Mit einem Blick in die jüngste Vergangenheit sollen Erinnerungen wach und den Geschichten hinter den verschwundenen Dingen des Alltags nachgespürt werden . Wie bedient man ein Telefon mit Wählscheibe? Im Zeitalter des Smartphones eine berechtigte Frage. Heute bestaunen Jugendliche Mobiltelefone mit ausziehbaren Antennen oder ausklappbaren Displays als Technik aus der Steinzeit. Was heute Trend ist, ist morgen vergessen, und die Halbwertszeit von Technik, Mode, Design oder Jugendsprache ist heute kürzer denn je.

Die Sonderausstellung widmet sich auf unterhaltsame Weise der archäologischen Erkenntnis, dass seit tausenden Jahren Weiterentwicklungen zum Leben gehörten, Neuentwicklungen immer schon das Altbewährte abgelöst haben.


STADTMUSEUM HARBURG
Museumsplatz 2, 21073 Hamburg

Eintritt / Sonderausstellungen (wenn vorhanden):
6 Euro, ermäßigt 4 Euro, bis 17 Jahre frei

Öffnungszeiten:
DIE 10 – 17 Uhr
MI 10 – 17 Uhr
DO 10 – 17 Uhr
FR 10 – 17 Uhr
SA 10 – 17 Uhr
SO 10 – 17 Uhr

Dependance ab ca. 2020/21/22
HARBURGER „SCHLOSS“

An der Horeburg 8a
21079 Hamburg-Harburg ( Binnenhafen )

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