Das Ausstellungshaus der Sammlung Falckenberg in den Phoenix Fabrikhallen in Hamburg-Harburg wurde 2008 eröffnet und ist seit 2011 wichtiger Bestandteil der Deichtorhallen Hamburg. Auf über 6.000 qm und fünf Etagen wird dort die Privatsammlung von Harald Falckenberg präsentiert, deren Schwerpunkt auf deutscher und amerikanischer Gegenwartskunst ab den 1980er-Jahren liegt.
Der Vertrag der Sammlung Falckenberg mit den Deichtorhallen lief bis 2023. Da dieser nicht von einer Seite gekündigt wurde, verlängerte sich die Leihgabe der Sammlung und der Ausstellungsräume in Harburg an die Deichtorhallen um weitere fünf Jahre bis 2028.
Sämtliche anfallenden Kosten für sein eigenes Museum hat der verstorbene Sammler selbst getragen. Damit machte Falckenberg seine Sammlung jederzeit und jedermann zugänglich, verschloss die Kunst nicht im Safe, sondern stellte sich und seine Arbeiten öffentlich zur Diskussion.
„Ich habe die altmodische, bürgerliche Überzeugung, dass Kunst als Kulturgut letztlich der Gesellschaft zur Verfügung stehen muss“.
Harald Falckenberg
Auch über seinen Tod hinaus ist die Finanzierung zum großen Teil wohl gesichert, u.a. auch durch Sammlungsverkäufe wie z.B.
Albert Oehlen. Selbstporträt mit leeren Händen, 1998, Öl und Acryl auf Leinwand, 200 x 144 cm. Foto: Jens Ullheimer
Das Gemälde wurde 2019 für knapp 6 Millionen Pfund bei Sotheby’s, London versteigert. Der Erlös sollte dem Ausbau der Sammlung Falckenberg in Hamburg (Harburg) dienen.“ [ Quelle: Handelsblatt 27.06.2019 ]
Foto: Jens Ullheimer
JONATHAN MEESE – Vater Raum Daddy. Reflexionen über die Vaterfigur
(Ulrike Groos, Laudatio auf Harald Falckenberg anlässlich der Verleihung des ART COLOGNE PREIS 2009 )
„Als 2001 sein Vater im Alter von 92 Jahren starb, schenkte der Sammler dem Künstler dessen eigenwilligen Nachlass: Sein Leben lang hatte der Vater Beiträge über Skandale in allen möglichen Bereichen – Wirtschaft, Politik, Sex – aufgehoben und nach einem eigens erdachten Ordnungssystem in unzähligen Schubern und Aktenordnern abgelegt. Ergänzt durch Materialien seiner eigenen Familiengeschichte schuf Meese daraus seine Arbeit „Vater Raum (Daddy)“ für Harald Falckenberg.“
Die räumlich ausufernde Dauer-Installation befindet sich in einer abgetrennten Location, außerhalb der öffentlich begehbaren Ausstellungshalle, und ist in der Regel nur im Rahmen von Spezial-Führungen zugänglich.
Wie lässt sich entlang der Entwicklung der zeitgenössischen Kunst auch eine Geschichte der Counterculture erzählen, die bis in die Gegenwart hinein künstlerische Ansätze beeinflusst? Diese Frage leitet durch die Schau »Inner Mornings, or Forms of Counterculture« in der Sammlung Falckenberg. Anknüpfend an die Gedanken Henry David Thoreaus, dessen Gedicht »The Inward Morning« titelgebend für die Ausstellung ist, sowie an die Schriften von Michel Foucault und Félix Guattari wird der Begriff der Counterculture hier als aktiv, diskursiv und transformativ verstanden.
Das Zusammenspiel dreier Sammlungen – der Sammlung Falckenberg und den Sammlungen des FRAC Pays de la Loire und des Musée d’arts de Nantes – eröffnet darüber hinaus einen spannungsvollen institutionellen Dialog. Wie wird Gegenkultur in unterschiedlichen Kontexten gesammelt, vermittelt und verstanden? Entstehen wird so ein facettenreiches Bild von Kunst als Möglichkeit, gesellschaftliche Realitäten zu hinterfragen und neue Perspektiven zu eröffnen.
AUDIOGUIDE ZUR SAMMLUNG FALCKENBERG Über die Anfänge und die Geschichte der Sammlung sowie über ausgewählte dauerhaft installierte Kunstwerke, u.a. von Jonathan Meese, Sarah Lucas, John Bock und Jon Kessler. Mit Originaltönen des 2023 verstorbenen Kunstsammlers Harald Falckenberg.
SAMMLUNG FALCKENBERG Wilstorfer Straße 71 | Phoenix-Hallen / Hamburg-Harburg
Die Ausstellungsräume der Sammlung Falckenberg befinden sich in den Phoenix-Hallen in Hamburg-Harburg.
Inner Mornings, or Forms of Counterculture. 9. TRIENNALE DER PHOTOGRAPHIE HAMBURG
AUSSTELLUNG 06. Juni 2026 bis 13. September 2026
ERÖFFNUNG Am Freitag, 05. Juni 2026 | 19 Uhr in der Sammlung Falckenberg.
ÖFFNUNGSZEITEN UND PREISE Geöffnet jeden So von 12–17 Uhr, ohne Anmeldung, Eintritt 11 Euro / ermäßigt 7 Euro. Sowie im Rahmen von 90-minütigen Führungen jeden jeden Sa um 12 und 17 Uhr, dann Eintritt 16 Euro / ermäßigt 13 Euro, Buchung unter tickets.deichtorhallen.de
Öffentliche Führungen Ergänzend zu den Öffnungszeiten am Wochenende öffnet die Sammlung Falckenberg im Rahmen von 90-minütigen, öffentlichen Führungen durch die Ausstellung mit begrenzter Teilnahmezahl.
Jeden Sonnabend um 12 und 17 Uhr (Dauer ca. 90 Minuten). Aufgrund begrenzter Teilnahmezahl ist eine Ticketbuchung erforderlich. 16 Euro, erm. 13 Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei | Tickets unter tickets.deichtorhallen.de.
ARCHITEKTURFÜHRUNG durch die Sammlung Falckenberg mit ROGER BUNDSCHUH Am Sonnabend, 20. Juni 2026, 12 Uhr | TICKETS
In dieser Architekturführung spricht der Berliner Architekt Roger Bundschuh über den Umbau der denkmalgeschützten Fabrikhalle zum heutigen Ausstellungshaus und gibt seltene Einblicke in die damit verbundenen Herausforderungen. Eine Veranstaltung im Rahmen des Hamburger Architektur Sommers 2026.
THEMENFÜHRUNGEN zur Ausstellung / Sammlung An ausgewählten Sonntagen jeweils um 14 Uhr. Begrenzte Teilnahmezahl, Anmeldung/Buchung an der Tageskasse vor Ort erforderlich.
Secrets & Surveillance. Jonathan Meese und Jon Kessler in der Sammlung Falckenberg In dieser Führung werden Ihnen die begehbaren, multimedialen Rauminstallationen von Jonathan Meese und Jon Kessler vorgestellt. Hinweis: Diese Führung eignet sich nicht für Menschen, die von Epilepsie betroffen sind oder empfindlich auf Fernsehflimmern reagieren. Zum Abschluss wird auch ein Blick in das Schiebelager der Sammlung geworfen.
Kosten: 4,- € Teilnahme an der Führung Bitte beachten Sie, dass zuzüglich zum Ticket für diese Führung der Eintritt in die Ausstellung anfällt.
DOUBLE FEATURE: Sammlung Falckenberg meets Kunstverein Harburger Bahnhof
Hinweis zur Buchung: Bitte beachten Sie, dass diese Veranstaltung in der Sammlung Falckenberg startet und im im Kunstverein Harburger Bahnhof endet. Die Gruppe wird auf ihrem Weg begleitet, der Fußweg beträgt etwa 5 Minuten.
Führung durch die aktuellen Ausstellungen INNER MORGNINGS, OR FORMS OF COUNTERCULTURE in der Sammlung Falckenberg und MAIK GRAEF – FLEETING GLANCE im Kunstverein Harburger Bahnhof mit Künstler Maik Gräf.
Die Führung beginnt in der Sammlung Falckenberg, Wilstorfer Str. 71, Tor 2 und endet im Kunstverein Harburger Bahnhof.
KONZERT | Im Rahmen des Mozart Nature Festes. Am FR 19 JUN 26 | 18.30 Uhr Einlass & NABU Podiumsgespräch / 19.30 Uhr ENSEMBLE FORMIDABLE: Crossover-Konzert mit Weltmusik, Funk, Jazz, Umwelt-Protestsongs und ungewöhnlichen Mozart-Arrangements.
Beim Konzert in der Sammlung Falckenberg / Phoenix-Hallen bespielt das Ensemble Formidable alle vier Etagen dieses außergewöhnlichen Museums. Die Musiker:innen lassen sich inspirieren von der Architektur der ehemaligen Gummi-Fabrik und den Bildern der Ausstellung.
mit Fernbahn/Nahverkehr: Ab HH-HBF, S3 Richtung Neugraben, Buxtehude, Stade oder mit der S 31 Richtung Harburg Rathaus, Neugraben bis Bahnhof Harburg (13 Min.). Von dort (S-Bahn-Ausgang Moorstr.) sind es etwa 10 Min. zu Fuß zur Sammlung Falckenberg. Mit dem Auto: A253 Abfahrt Hamburg-Wilstorf, A1 Abfahrt Hamburg-Harburg
BARRIEREFREIHEIT
Die Sammlung Falckenberg befindet sich in einem denkmalgeschützten Fabrikgebäude. Die Räumlichkeiten sind eingeschränkt barrierefrei. Sollten Sie nähere Rückfragen zu den Gegebenheiten vor Ort haben, kontaktieren Sie uns bitte möglichst bis zu zwei Tage vor Ihrem Besuch über die folgenden Kontaktdaten:
Jens Ullheimer ist als freier Journalist im Bereich Kultur tätig. Für die HARBURGER KULTUR berichtet er seit vielen Jahren mit Tipps & Terminen über kulturelle Aktivitäten jenseits des Mainstreams im Hamburger Süden. Auf KUNSTPRESSESCHAU dokumentiert er das zeitgenössische Ausstellungsgeschehen mit einem präzisen Blick für künstlerische Positionen, aktuelle Diskurse und museale Retrospektiven. Seine fundierten Berichte schlagen eine Brücke zwischen dem Kulturbetrieb und einem kulturbegeisterten Publikum.