SymphonING – Winterkonzert 2019

SymphonING – Winterkonzert 2019

Im Orchester „SymphonING“ musizieren rund 40 Studierende, Ehemalige und Mitarbeiter der TU Hamburg-Harburg und zum anderen Schüler der Akademie Hamburg, die ihren Einzelunterricht durch Ensemblearbeit ergänzen wollen. 2015 feierte das Orchester sein 10-jähriges Jubiläum.


SymphonING tritt in der Besetzung eines klassischen Symphonieorchesters auf: mit Streichern, Holz- und Blechbläsern sowie Schlagwerk und Klavier.

Dirigent David Dieterle studierte an der Folkwang Hochschule Essen und am Rotterdams Konservatorium. Er arbeitete als Solobratschist und Mitglied großer Orchester wie Bangkok Symphony und dem Bilbao Philharmonic Orchestra, als Dirigent und Ensembleleiter unter anderem mit dem Barockorchester Les Enchantants und dem orquestra tipica „Tango Lunatico“. 1999 gründete David Dieterle mit seiner Schwester die Akademie Hamburg für Musik und Kultur.

Winterkonzert 2019

Do., 07. Februar 2019, 20 Uhr | Eintritt: AK 10,-
ermäßigt 5 Euro (bis 16 Jahre, Schüler und Studenten),
Tickets ausschließlich ab 19 Uhr an der Abendkasse.
Dreifaltigkeitskirche Harburg, Neue Straße 44

Das TUHH-Orchester SymphonING
&
Solisten:
Gregor DuBuclet, Rezitativ
Frank Meiller, Klarinette
Adam Zolynski, Violine

PROGRAMM:

  • Darius Milhaud, Le Boeuf Sur Le Toit
  • Georg Friedrich Händel, Auszüge aus der Feuerwerksmusik, HWV 351
  • Arnold Schönberg, A Survivor from Warsaw
  • David Orlowsky, Juli
  • John Williams, Filmmusik aus „Schindler´s List“

Darius Milhaud – Le Boeuf Sur Le Toit

Während seines Aufenthalts in Brasilien von 1916 bis 1918 geriet Milhaud in Kontakt mit der dortigen Folklore und Musikwelt. Wieder daheim in Paris schrieb er 1919 das Stück unter Benutzung einiger brasilianischer Melodien und versah es mit dem Untertitel Cinéma-Fantaisie (dt.: Kinofantasie).

Anstatt der von Milhaud geplanten Verwendung als Filmmusik (z. B. als Untermalung einer Stummfilmkomödie von Charlie Chaplin) diente es bei seiner Pariser Uraufführung am 21. Februar 1920 in der Comédie des Champs-Élysées als Musik zu einer Ballett-Pantomime-Inszenierung von Jean Cocteau, nun mit dem Untertitel The Do-Nothing-Bar (dt.: Die Tu-Nichts-Bar). Der Titel Le bœuf sur le toit ist von einem gleichnamigen Volkslied übernommen. [ via wikipedia ]


Arnold Schönberg – Ein Überlebender aus Warschau

Die 1947 in Zwölftontechnik komponierte siebenminütige Kantate beschreibt die Perspektive eines Menschen, der bei der Zerstörung des Warschauer Ghettos von den Nazis bewusstlos geschlagen und für tot gehalten wird. Für den Schlussteil des Männerchors greift der Komponist auf das jüdische Glaubensbekenntnis „Shema Yisroel“ zurück.

An das Meiste kann ich mich nicht erinnern – ich muß lange bewußtlos gewesen sein.
Ich besinne mich nur auf den großen Moment, da alle – wie auf Vereinbarung – das alte, so lange Jahre vernachlässigte Gebet anstimmten – das vergessene Glaubensbekenntnis.
Aber es ist mir unbegreiflich, wie ich unter die Erde geriet in Warschaus Abflußkanälen so lange Zeit leben konnte.
Der Tag begann wie gewöhnlich. Wecken noch vor dem Morgengrauen. Heraus, ob ihr schliefet oder ob eure Sorgen euch die ganze Nacht wachhielten: Ihr wurdet getrennt von euren Kindern, von eurer Frau, von euren Eltern, ihr wißt nicht, was ihnen geschah. Wie könntet ihr schlafen!
Wieder die Fanfaren: „Kommt ´raus! Der Feldwebel wird wütend!“ Sie kamen, manche langsam, die Alten, die Kranken, manche mit eiligen Schritten. Sie fürchten den Feldwebel. Sie rennen so gut sie können. Umsonst! Viel zu viel Lärm! Viel zu viel Bewegung und nicht schnell genug!
Der Feldwebel brüllt: „Achtung! Stilljestanden! Na wird´s mal, oder soll ich mit dem Jewehrkolben nachhelfen? Na jut, wenn ihr´s durchaus haben wollt!“
Der Feldwebel und seine Soldaten schlagen jeden: Jung und alt, stark und krank, schuldig und unschuldig – es war furchtbar, das Klagen und Stöhnen zu hören.
Ich hörte es, obgleich ich sehr geschlagen worden war – so sehr, daß ich umfiel. Wir alle, die nicht aufstehen konnten, wurden nun über den Kopf geschlagen.
Ich war wohl besinnungslos. Als Nächstes hörte ich einen Soldaten sagen: „Alle sind tot!“ und danach des Feldwebels Befehl, uns fortzuschaffen.
Ich lag abseits – halb bewußtlos. Es war sehr still geworden – Angst und Schmerz – dann hörte ich des Feldwebels „Abzählen!“.
Sie begannen langsam und unregelmäßig: Eins, zwei, drei, vier. „Achtung“ rief der Feldwebel wieder. „Rascher!“ Nochmal von vorn anfangen! In einer Minute will ich wissen, wieviele ich zur Gaskammer abliefere! Abzählen!“
Und nochmals begannen sie, erst langsam: eins, zwei, drei, vier, nun ging es immer schneller, so schnell, daß es schließlich wie das Stampfen wilder Rosse klang, und dann auf einmal – ganz plötzlich mittendrin – fingen sie an das Schema Israel zu singen.


Dreifaltigkeitskirche Harburg,
Neue Straße 44

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