Symphonieorchester der Technischen Uni Hamburg mit dem traditionellen Winterkonzert. Wie immer bei freiem Eintritt.

Johannes Brahms | Gemälde von Carl Jagemann (nach einer Photographie von 1866)
Im Orchester „SymphonING“ musizieren rund 40 Studierende, Ehemalige und Mitarbeiter der TU Hamburg-Harburg und zum anderen Schüler der Akademie Hamburg, die ihren Einzelunterricht durch Ensemblearbeit ergänzen wollen. 2025 feierte das Orchester sein 20-jähriges Jubiläum.
SymphonING tritt in der Besetzung eines klassischen Symphonieorchesters auf: mit Streichern, Holz- und Blechbläsern sowie Schlagwerk und Klavier.
Dirigent David Dieterle studierte an der Folkwang Hochschule Essen und am Rotterdams Konservatorium. Er arbeitete als Solobratschist und Mitglied großer Orchester wie Bangkok Symphony und dem Bilbao Philharmonic Orchestra, als Dirigent und Ensembleleiter unter anderem mit dem Barockorchester Les Enchantants und dem orquestra tipica „Tango Lunatico“.
1999 gründete David Dieterle mit seiner Schwester die Akademie Hamburg für Musik und Kultur.
Winterkonzert 2025
Symphonieorchester der Technischen Universität Hamburg
Dirigent: David Dieterle
Solist: Alexander Schöppl, Klavier
Programm:
Johannes Brahms
Die Symphonien 1 bis 4 (leicht gekürzt)
Sinfonie Nr. 1 c-Moll op. 68: Oft als „Beethovens Zehnte“ bezeichnet, zeigt sie Brahms‘ Auseinandersetzung mit der Tradition, insbesondere mit Beethoven, und ist bekannt für ihren dramatischen Aufbau und ihr kraftvolles Finale.
„Kurz nach seinem berühmten Ausruf in einem Brief – „Ich werde nie eine Sinfonie schreiben! Ihr habt keine Ahnung, wie ich mich fühle, wenn so ein Riese wie er hinter mir hermarschiert!“ – vollendete er schließlich seine Erste. Mit „ihm“ war natürlich Beethoven gemeint. Die Erste Sinfonie ist durch und durch von Beethoven geprägt: Der Übergang von der Dunkelheit am Anfang zum Licht im Finale erinnert an Beethovens Fünfte; das Choralthema in Brahms’ Finale an Beethovens Neunte.“ abweisend.“ [Jan Swafford: Brahms’ symphonies, written from his deepest feelings and experiences]
Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 73: Eine lyrischere und heiterere Sinfonie, die oft als „Pastorale“ im Geiste von Brahms beschrieben wird, mit vielen Anklängen an die Natur.
„Die vergleichsweise heitere – wenn auch mit einigen dunklen Wolken durchzogene – Zweite Sinfonie ist Brahms’ ebenso individuelle Antwort unter anderem auf Beethovens Pastoralsinfonie.“ [Jan Swafford: Brahms’ symphonies, written from his deepest feelings and experiences]
Sinfonie Nr. 3 F-Dur op. 90: Eine der kürzesten und poetischsten Sinfonien, die für ihre Melodien und ihre schlichte Eleganz berühmt ist, aber auch als Dirigenten-Herausforderung gilt.
„Manche bezeichnen die Dritte Sinfonie als die erste, in der er sich von Beethovens Vorbild löste und dem Genre endgültig seinen eigenen Stempel aufdrückte – von den erhabenen und schmerzvollen Momenten bis hin zu den zart-lyrischen.“ [Jan Swafford: Brahms’ symphonies, written from his deepest feelings and experiences]
Sinfonie Nr. 4 e-Moll op. 98: Die letzte Sinfonie, ein Höhepunkt seines Schaffens, bekannt für ihre formale Perfektion, insbesondere der Passacaglia-Finale, die auf einer Chaconne basiert, und eine tief melancholische Stimmung.
„Schließlich folgte Brahms’ später Abschied von der Sinfonie mit der düsteren Vierten, in der seine rückwärtsgewandte Sichtweise, vereint mit seiner einzigartigen Stimme, im elegischen Finale, gestaltet in der barocken Form der Chaconne, ihren Höhepunkt findet.“ [Jan Swafford: Brahms’ symphonies, written from his deepest feelings and experiences]
„Brahms war kein typischer Romantiker und mied PROGRAMMMUSIK *** entschieden.
Für ein romantisches Publikum bot die Programmmusik zahlreiche Zugänge zu einem Werk: Dramatik, Bildsprache und Emotionen, die direkt ins Herz trafen. Brahms hingegen bot wenige dieser Zugänge: keine explizite Dramatik, keine Bildsprache und oft feinere, subtilere Gefühlsnuancen als die gewaltige oder die offenherzige Ausdrucksweise, nach der sich Romantiker sehnten (man denke an Liszt, Bruckner und Tschaikowsky). Schon zu Lebzeiten wurde er als Abstraktionist bezeichnet oder verurteilt, der klassische Form mit romantischem Ausdruck verband. Ob Lied oder Sinfonie, Brahms war mehr am Gesamtklang und dessen Entwicklung sowie an der Wirkung der Form interessiert als an Klangmalerei, Wagners epischen, Gänsehaut erzeugenden Klängen oder Bruckners virtuosen Blechbläser-Einlagen.
Das Publikum des späten 19. Jahrhunderts empfand Brahms‘ Orchesterklang als intellektuell und abweisend.“ [Jan Swafford: Brahms’ symphonies, written from his deepest feelings and experiences | Artikel lesen]
*** PROGRAMMMUSIK: Instrumentalmusik, die außermusikalische Inhalte wie Geschichten, Bilder, Naturereignisse oder Gefühle darstellt und den Hörer in eine bestimmte Richtung lenken soll, meist durch Titel, Untertitel oder beigefügte Texte, die das „Programm“ liefern und sie von der „absoluten Musik“ abgrenzt. Bekannte Beispiele sind Die Moldau von Bedřich Smetana, Bilder einer Ausstellung von Mussorgski oder Vivaldis Vier Jahreszeiten.
– P A U S E –
Dmitri Schostakowitsch
Satz aus dem 2. Klavierkonzert F-Dur
Filmmusik aus „The Gadfly“ ***
Alfred Schnittke
Filmmusik aus „Die Geschichte Eines Unbekannten Schauspielers“
Mauricio Kagel
Zehn Märsche, um den Sieg zu verfehlen
–
VIDEO | Gadfly, Ausschnitte
*** The Gadfly“ (Die Stechmücke) ist eine berühmte Filmmusik von Dmitri Schostakowitsch für einen sowjetischen Film von 1955, basierend auf dem Roman von Ethel Lilian Voynich, die eine Geschichte über einen jungen Freiheitskämpfer im Italien des 19. Jahrhunderts erzählt.
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St. Johanniskirche / Trinitatisgemeinde
St. Pauluskirche Heimfeld
SymphonING Winterkonzert
Symphonieorchester der Technischen Universität Hamburg
SA, 7. Februar 2026, 18 Uhr, St. Johanniskirche, Bremer Straße 9, 21073 Hamburg
SO, 8. Februar 2026, 18 Uhr, St. Pauluskirche Heimfeld, Alter Postweg 46, 21075 HamburgEintritt frei, Spenden erwünscht
Mit Johannes Brahms’ symphonischem Werk bringt das Orchester ein echtes Highlight der romantischen Orchesterliteratur auf die Bühne. In der zweiten Konzerthälfte treffen wir dann einige musikalische Größen des 20. Jahrhundert. Aber keine Angst vor „Neuer Musik“! Denn Dimitri Schostakowitsch, Alfred Schnittke und Co. gehörten nicht nur zur musikalischen Avantgarde ihrer Zeit, sondern waren auch Pioniere der Filmmusik. Avantgarde war auch Mauricio Kagel, auf dessen 10 Märsche, um den Sieg zu verfehlen man zwar außerordentlich schlecht marschieren kann – Zuhören ist aber kein Problem!





