PETER SAUL – Bad Painting

Peter Saul | Foto: Jeffrey Nintzel

Die Sammlung Falckenberg zeigt bis 28.01.2018 einen umfassenden Überblick über das Werk des US-amerikanischen Künstlers PETER SAUL. Die Ausstellung ist eine Übernahme der vorab in diesem Jahr in der SCHIRN Kunsthalle Frankfurt gezeigten Kunstschau, die in Hamburg durch eine umfängliche Präsentation mit Werken aus der Sammlung Falckenberg ergänzt wird.


Zu sehen sind rund 60 Arbeiten Peter Sauls, darunter Werkgruppen, wie seine Ice Box Paintings, seine Comic-Narrationen und seine Vietnam-Bilder aus den 1950er- und 1960er-Jahren, noch nie ausgestellte Zeichnungen sowie ausgewählte späte Arbeiten der 1980er- bis 2000er-Jahre.

Die Ausstellung wird durch eine umfängliche Präsentation mit Werken unter anderem von John Baldessari, Werner Büttner, André Butzer, Erró, Philip Guston, Mike Kelley, Martin Kippenberger, Paul McCarthy, John Miller, Manuel Ocampo, Albert Oehlen, Joyce Pensato, Raymond Pettibon, Richard Prince, Daniel Richter und Philippe Vandenberg aus der Sammlung Falckenberg ergänzt.

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PETER SAUL

30. September 2017 bis 28. Januar 2018

Eine Ausstellung der Deichtorhallen in der
Sammlung Falckenberg / Phoenix-Hallen, Hamburg-Harburg

Kuratorin: Martina Weinhart, Schirn Kunsthalle Frankfurt

HARBURGER KULTURTAG

SA 04 NOV 17 von 12 – 17 Uhr

Mit stündlichen Kurzführungen zu den Sonderausstellungen und zur Sammlung Falckenberg.
Um 15 Uhr findet ein Gespräch mit der Kuratorin Prof. Dr. Elena Agudio (SAVVY Contemporary Berlin/HFBK Hamburg) und Beteiligten der Ausstellung „Yet Incomputable. Indetermination Principles in the Age of Hypervisibility and Algorithmic Control“ statt.

3 Euro für den Kulturtag-Pin, der zum Eintritt in alle teilnehmenden Institutionen in Harburg berechtigt. Keine Anmeldung erforderlich

Lange bevor »Bad Painting« ein zentrales Anliegen der zeitgenössischen Kunst wurde, verletzte Peter Saul ganz bewusst den guten Geschmack. In seiner unverwechselbaren Sprache hat der Maler ein Cross-over aus Pop-Art, Surrealismus, Abstraktem Expressionismus, San Francisco Funk und Cartoon Culture entwickelt, in dem er politische und soziale Themen aufgreift.

Mit der Pop-Art teilt er das Interesse am Banalen, an der Konsumgesellschaft und den heiteren Bildwelten des Comics in leuchtenden, ansprechenden Farben.

KATALOG

Texte (dt./eng.) von Martina Weinhart, Richard Shiff, Interview mit Peter Saul von Martina Weinhart

Taschenbuch
Softcover mit dreiseitigem farbigen Buchschnitt
168 Seiten
mit 100 farbigen Abbildungen
Verlag: Snoeck
Sprache: Deutsch / Englisch
Format 30 x 24 cm

»Mir liegt die Weltuntergangsstimmung eher«

Wohl im Lauf der 1960er Jahre ist auch die Malerei in die Schleife von permanentem Rückgriff und stetiger Transformation geraten, die – im Gegensatz zur Fortschrittshypothese – als die Arbeitsgrundlage der Postmoderne gilt. Peter Saul (*1934 in San Francisco) ist einer der wichtigsten Protagonisten dieses Umbruchs, der oftmals fälschlicherweise ausschließlich mit dem Aufkommen der Pop-Art verbunden wird.

Mit seinem malerischen wie zeichnerischen Werk hat Peter Saul ein komplexes Amalgam von Hoch- und Gegenkultur geschaffen, das Comic, Pop, Surrealismus, Abstrakten Expressionismus mit der radikalen (und teils trivialen) Gesellschaftkritik der Haschrebellen vereint. Natürlich ist ein solcher Maler nie Verfechter des amerikanischen Truppeneinsatzes in Vietnam, nie ein Parteigänger Reagans oder der Bush’s gewesen, doch sein Werk politisch auf Agit-Prop zu reduzieren, hieße, den hedonistischen Impuls einer mitunter barocken Kompositionslust in seinen Bildern zu übersehen.

Nach Publikationen zum Werk der letzten Jahre in den USA rückt die von Martina Weinhart und der Schirn konzipierte erste Einzelausstellung in Europa mitsamt dem Katalog nun insbesondere das Werk der 1960er Jahre in den Fokus, als Sex and Crime, Politik, Drogen, Karma und Revolte gerade erst in die Welt in Öl einzudringen begannen.

Kenner fühlen sich bei einigen von Sauls Werken durch ihre pastellfarbene Palette an Philip Guston erinnert ( der schon 2014 mit einer großen Solo-Schau in der Sammlung Falckenberg zu sehen war ), den anderen großen US-Maler des späten Ruhms. Dazu befragt, sagte Peter Saul nur: »Gustons Bilder haben mich nie interessiert, für meine Begriffe sind sie zu ›softcore‹. Seine Haltung gegenüber dem Thema ist mir zu vergnügt. Mir liegt die Weltuntergangsstimmung eher. Ich lache gerne über schlechte Nachrichten.«


 

VIDEO | Ausstellungsvideo der Frankfurter Schirn


 

SAMMLUNG FALCKENBERG
Wilstorfer Straße 71 | Phoenix-Hallen / Hamburg-Harburg

Peter Saul

30. September 2017 bis 28. Januar 2018

ÖFFNUNGSZEITEN
Der Besuch der Sammlung Falckenberg ist jeden 1. Sonntag im Monat
ohne Anmeldung möglich.
Geöffnet von 12 – 17 Uhr.

EINTRITTSPREISE
10 Euro normal, 6 Euro ermäßigt, freier Eintritt für Kinder und Jugendliche
bis einschließlich 17 Jahre.
Div. Gruppenpreise und Rabatte, weitere Infos unter www.deichtorhallen.de/eintrittspreise.

ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN
Sammlung Falckenberg: Do/Fr 18 Uhr, Sa 12 und 15 Uhr, So 12, 15 und 17 Uhr (außer am 1. So im Monat).
Eine Anmeldung zu den öffentlichen Führungen in der Sammlung Falckenberg ist erforderlich über das Buchungssystem | ANMELDEN

Neue E-Mail-Adresse: [email protected],
Telefon: 040-32506762

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SOCIAL MEDIA anonym durch Einsatz des c't-Projektes Shariff
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