MICHAELA MÉLIAN – Chant du Nix | Kunstverein Harburger Bahnhof

Abb.: Michaela Melián - Chant du Nix, Kölner Kongress 2019

Für den Kölner Kongress 2019, der Radio-Räume als öffentliche Räume thematisierte, entstand die Rauminstallation „Chant du Nix“ nach Motiven von Johannes R. Becher, Jacques Offenbach und Ernst Schön. Im Frühjahr 2020 ist die Klanginstallation im Kunstverein Harburger Bahnhof zu erleben.


Michaela Meliáns künstlerische Projekte finden häufig im öffentlichen Raum statt. Sie stellen Fragen nach der Historizität von Orten, nach Gedächtnis und Sprache. Multimediale Rauminstallationen, die Filme, Fotografien, Zeichnungen, Objekte, Musik und Texte einschließen, haben die Künstlerin international bekannt gemacht.

MICHAELA MÉLIAN – Chant du Nix

Installation: 10. Oktober – 8. November 2020
Eröffnung: SA, 10. Oktober 2020, 19 – 22 Uhr, 19.30 Uhr Konzertante Performance
Finissage: SO, 08. November 2020, 19 Uhr, 19.30 Uhr Konzertante Performance

Regie: Michaela Melián
Komposition: Michaela Melián
(nach Motiven von Johannes R. Becher, Jacques Offenbach und Ernst Schön)
Violine: Ruth May
Viola: Elen Harutyunyan

Die Rauminstallation von Michaela Melián mit dem Titel „Chant du Nix“ versammelt Erkennungsmelodien deutscher Radiosender und sucht auf diese Weise den Diskurs über eine programmatische „Radiomusik“ der 1920er Jahre. Michaela Melián verwendet Motive des Dichters Johannes R. Becher, des Komponisten Jacques Offenbach und des Rundfunkpioniers Ernst Schoen.

Mit Textfragmenten aus der Anfangszeit des Rundfunks in der Weimarer Republik, mit einer elektronischen Komposition und zwei Streichinstrumenten beschreibt sie einen begehbaren Raum für ein „Lautsprecher-Publikum“ im Saal. Klänge und Schall breiten sich aus über präparierte Trichter-Lautsprecher, die ursprünglich für Außenräume gebaut und geeignet sind.

AUDIO | „Chant du Nix“ – Michaela Melián im Gespräch mit Michael Langer, 17 min,
Deutschlandfunk Kultur, 2019

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Ausgehend von der „Radiomusik“ der Weimarer Republik, einem Schnittpunkt von Unterhaltungsmusik und verschiedensten Strömungen der zeitgenössischen Musik, beschreibt Michaela Melián mit Text/Sprache und Sounds einen Raum für ein „Lautsprecher-Publikum“.

Dieser Raum wird erst durch das Hin und Her der Klänge und Stimmen definiert und in Bewegung gesetzt. Schallwellen breiten sich aus wie Wellenbewegungen von Wasser über präparierte Trichter-Lautsprecher, gebaut und geeignet für Außenräume. (Thomas Meinecke/DLF)


VIDEO | Wie macht Michaela Melián Kunst aus Pop? | Bayerischer Rundfunk, 2016


Michaela Melián

ist bildende Künstlerin, Hörspielmacherin, Musikerin und Gründungsmitglied der Band F.S.K.. Seit 2010 ist sie Professorin für Zeitbezogene Medien an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. Das Münchner Lenbachhaus, dem die Künstlerin mit ihren Arbeiten und Ausstellungen verbunden ist, schreibt: „Melián spannt aus einer Vielzahl kulturgeschichtlicher, popkultureller und gesellschaftspolitischer Referenzen ein komplexes Netz an Bedeutungen, Erzählungen und möglichen Les-Arten auf.“


Kunstverein Harburger Bahnhof
Im Fernbahnhof über Gleis 3 & 4
Hannoversche Str. 85
21079 Hamburg
www.kvhbf.de

Öffnungszeiten: Mi – So 14 – 18 Uhr
Eintritt frei

Der Kunstverein Harburger Bahnhof versteht sich als lebendiger Kunstraum im Süden Hamburgs, der sich der jungen Hamburger Kunstszene ebenso verpflichtet fühlt wie den internationalen Entwicklungen der aktuellen Kunstproduktion. Seit seiner Gründung 1999 befindet sich der Kunstverein im ehemaligen Wartesaal der 1. und 2. Klasse, des 1897 in Betrieb genommenen Bahnhofs. Er ist Präsentations- und Produktionsort für junge lokale, nationale und internationale Künstlerinnen und Künstler und ein offen zugänglicher Raum für alle interessierten Besucher_innen (der Eintritt zu den Ausstellungen und Veranstaltungen ist traditionell frei).

Sei 2019 werden auch erstmals vier Wandvitrinen in das Ausstellungsprogramm des Kunstvereins mit einbezogen, die sich auf Gleis 3 und 4 als jederzeit öffentlich zugängliche Ausstellungsflächen befinden. Für diesen neuen Spielort werden über das Jahr immer wieder Projekte realisiert, die sich konkret mit der Bahnhofsrealität und ihren zeitlichen, infrastrukturellen, emotionalen und sozialen Gefügen auseinandersetzen.

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