MASHA SILCHENKO | Nothing Ever Happened

Traumhafte Erscheinungen und chimärische Verbindungen: Zeichnungen, Malereien, Keramikskulpturen der ukrainischen Künstlerin in den Vitrinen 3 & 4 sowie Soundarbeiten von LISE LEBLEUX, LOUIS d’HEUDèRES und JAKOB SPENGEMANN.

Masha Silchenko Nothing Ever Happened 2022 800 detail - MASHA SILCHENKO | Nothing Ever Happened
Masha Silchenko, 2022, detail

Nichts ist jemals passiert

Im Zusammenspiel unterschiedlicher kunsthandwerklicher Techniken wie Keramik, Illustration und Wandteppichen entwickelt Silchenko eine eigene Welt fantastischer Figuren. Gemeinsam mit Björn Eichhorn produziert die Künstlerin zudem eine Soundarbeit, basierend auf Field Recordings. Diese kann von den Besucher:innen digital aufgerufen und unterwegs angehört werden.

Masha Silchenko (Odessa, Ukraine, 1993)

lebt zwischen Hamburg und Paris. Sie hat an der Tokyo University of the Arts und der Ecole Nationale Supérieure des Beaux-Arts de Paris studiert.


Harburger Fernbahnhof, Vitrinen Gleis 3 / 4, frei zugänglich

09.12.22 bis 12.02.2023 | Ausstellung: MASHA SICHENKO. Nothing Ever Happened
09.12.22 | 19 Uhr: Eröffnung

23.02.23 | 19 Uhr: Klang-Performance mit BJÖRN EICHHORN

Sei 2019 werden auch vier Wandvitrinen in das Ausstellungsprogramm des Kunstvereins mit einbezogen, die sich auf Gleis 3 und 4 als jederzeit öffentlich zugängliche Ausstellungsflächen befinden. Für diesen neuen Spielort werden über das Jahr immer wieder Projekte realisiert, die sich konkret mit der Bahnhofsrealität und ihren zeitlichen, infrastrukturellen, emotionalen und sozialen Gefügen auseinandersetzen.
masha silchenko Chateau Nour - MASHA SILCHENKO | Nothing Ever Happened
Masha Silchenko, Château-Nour

Ihre Arbeiten sind durchzogen von Mustern, die sich wiederholen, vermischen und verwandeln und Mythen und Alpträume durch sensible Interpretation zähmen. Emotionen, Träume, Visionen und Gefühle drängen sich darin und bleiben dort, ohne zu streiten.

Sie produziert sie nicht, sondern begleitet und verortet sie und sucht mit ihnen einen Platz, damit sie in einer Welt ohne Wunder überleben können, die von ihnen verlangt, vernünftig zu sein oder zu verschwinden.

masha silchenko no more dying detail - MASHA SILCHENKO | Nothing Ever Happened
Masha Silchenko, No More Dying, Keramik

„Einige Bilder erzählen vom Schmerz einer Trennung, von Verlust oder Tod. Aus verweintem Ton werden blutige Taschentücher geformt. Einige Steine sind Tiergräber, Huldigungen an unsere Verstorbenen und Oden an die Natur. Wenn sie in den Ofen geschoben werden, ist es, als würden sie aus der Asche auferstehen.

Manchmal ist auch von Geistern die Rede, von einer Reflexion des Jenseits im Spiegel oder von Halluzinationen…“ ( via BOUM!BANG!, Pauline Faivre, Pretty Little Melancholy, 2020 )


Kunstverein Harburger Bahnhof
Im Fernbahnhof über Gleis 3 & 4

www.kvhbf.de

If a Tree Falls in a Forest and No One Is Around, Does It Even Make a Sound?

KLANGINSTALLATIONEN im Ausstellungsraum des Kunstvereins Harburger Bahnhof

Ausstellung: bis 12. Februar 2023
FR 09 DEZ 22 | Eröffnung 19 Uhr

Öffnungszeiten:
MI – SO von 14 – 18 Uhr
Eintritt frei

Louis d’Heudieres, Lise Lebleux und Jakob Spengemann ergründen Klang als immaterielles bildhauerisches und erzählerisches Material. Klangwellen besitzen eine physische Präsenz, die für menschliche Augen nicht sichtbar ist, deren Verhalten sich aber bspw. durch den Echoeffekt nachvollziehen lässt. Neben unserem Gehörsinn können wir sie in sehr tiefen Frequenzen auch deutlich körperlich wahrnehmen. Der Schall lässt sich analog zum Fotografischen als ein klangliches Abbild eines auslösenden Moments begreifen, der sich wellenartig durch Raum und Zeit verbreitet.

Die physikalischen Grundbedingungen des Mediums werden in der Ausstellung mit metaphysischen Fragen nach Erzählfunktion, Wahrnehmung und Produktion von Klängen verknüpft.

FR 09.12.22 | 19 Uhr | Eröffnung

LISE LEBLEUX – Ces lieux d’à côté

AUDIO | Hambourg

Meine Klangpraxis basiert auf Feldaufnahmen, bei denen ich versuche, die Einzigartigkeit jeder Klanglandschaft einzufangen. Die Wahl des Aufnahmeortes bestimmt die Art der Klänge – denn jeder Raum hat seine eigene Klangprägung.
Die Feldaufnahmen sind eine Konfrontation zwischen dem Innenraum und dem/den umgebenden Außenraum(en). Der Tontechniker formt mit den Klängen, die ihn und seine Mikrofone durchdringen. Diese Momente der Einsamkeit schaffen eine notwendigerweise intime Verbindung mit dem Raum und seinem Kontext: zwischen der Natur der Feldaufnahmen und den Orten der Ausstrahlung.

FR 20.1.23 | 19 Uhr | Eröffnung

LOUIS d’HEUDèRES.
Hearing Pinkish-Orange, Soft, Malleable and Ductile

Die neue Klangkomposition von Louis d’Heudières. Hearing Pinkish-Orange, Soft, Malleable and Ductile will die unsichtbaren Beziehungen zwischen Kupferabbau und -verarbeitung und dem individuell emotionalen Erleben von Klang hörbar machen. In einer Mischung aus Field Recordings und selbstgeschrieben und gesungen Liedern erzählt d’Heudières die mehrdimensionale Geschichte von jahrtausendealtem flüssigem Magma im Erdkern, Schaltkreisen, Kabeln und Lautsprechermembranen sowie seiner eigenen Erfahrung als Komponist, Künstler und Konsument von Musik.

Sein Interesse gilt der Hinterfragung der Idee von Musik, insbesondere derjenigen, die im Westen sozial und kulturell definiert wurde. In diesem Sinne untersucht seine Arbeit die Normen des Konzertformats, beschäftigt sich mit den Erfahrungen der Interpreten außerhalb ihrer musikalischen Ausbildung und umfasst experimentelle Ansätze zur Partiturierung. Durch die Praxis der auditiven Notation hat er ein Werk entwickelt, das die semantische/klangliche Dualität von aufgenommenen und gefundenen Klängen erforscht und in gewisser Weise die Tradition der musique concrète erweitert.

FR 17.2.23 | 19 Uhr | Eröffnung: JAKOB SPENGEMANN – A Show From Those in This Audience of One


Der Kunstverein Harburger Bahnhof versteht sich als lebendiger Kunstraum im Süden Hamburgs, der sich der jungen Hamburger Kunstszene ebenso verpflichtet fühlt wie den internationalen Entwicklungen der aktuellen Kunstproduktion. Seit seiner Gründung 1999 befindet sich der Kunstverein im ehemaligen Wartesaal der 1. und 2. Klasse, des 1897 in Betrieb genommenen Bahnhofs. Er ist Präsentations- und Produktionsort für junge lokale, nationale und internationale Künstlerinnen und Künstler und ein offen zugänglicher Raum für alle interessierten Besucher:innen (der Eintritt zu den Ausstellungen und Veranstaltungen ist traditionell frei).


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