JUAN RICAURTE-RIVEROS | Silber oder Blei

Politisches Statement gegen Neokolonialismus und Ausbeutung | Immersive Raumkomposition im Kunstverein Harburger Bahnhof, in der Video-Projektionen, Klanglandschaften und Lichtregie mit skulpturalen Elementen verbunden werden.

Juan Ricaurte-Riveros | Ag⁴⁷ õ Pb⁸² • Silver or Lead • Plata o Plomo | Videostill

Eine Geschichte von Gier, Macht, Gewalt und widerständigen Herzen.

Der titelgebende Ausdruck “Plata o Plomo” (Silber oder Blei) entstammt dem kolumbianischen Slang während der Drogenkriege der 1980er- und 90er-Jahren. Bis heute wird Plomo analog für Kugeln verwendet. Für den Künstler verkörpert die Redewendung die Gier spanischer Kolonialherren, konservativer Kreolen, liberaler Mestizen, der Narcos, Großgrundbesitzer, Pharmaindustrie und anderer, deren Machtansprüche allesamt Spuren auf südamerikanischen Böden hinterlassen haben.

“Plata o Plomo” wirkt wie der Schlachtruf einer politisch-ökonomischen Weltordnung, die auf Gewalt, Leid und dem Recht des Stärkeren basiert.

Juan Ricaurte-Riveros nutzt Video, Sound, Skulptur und Licht für eine raumgreifende Installation, die politisches Engagement mit immersiver Kunst verbindet.

In seiner multimedialen Arbeit verknüpft er dekoloniale Ästhetik mit einer scharfen Analyse spätkapitalistischer Machtverhältnisse. Durch die konzeptuelle Gegenüberstellung von Silber und Blei – als Metaphern für Ressourcenausbeutung und Gewalt – schlägt er eine Brücke von der Kolonialzeit bis in die Gegenwart. Das Werk überführt die spezifische Gewaltgeschichte Kolumbiens in einen universellen Diskurs und demaskiert die globalen Mechanismen hegemonialer Unterdrückung.

So macht Ricaurte-Riveros die lateinamerikanische Geschichte zum Ausgangspunkt einer globalen Kritik an Machtstrukturen und der Zerstörung von Mensch und Natur.


Kunstverein Harburger Bahnhof
Im Fernbahnhof über Gleis 3 & 4

www.kvhbf.de

JUAN RICAURTE-RIVEROS.
Ag⁴⁷ õ Pb⁸² • Silver or Lead • Plata o Plomo

Ausstellung: 21.03. – 07.06.2026 | Eintritt frei
Performance: 18.04.2026 von Kameron Locke im Rahmen der Langen Nacht der Museen.

Mi – So | 14 – 18 Uhr

Ricaurte-Riveros erschafft eine immersive Raumkomposition, in der Video-Projektionen, Klanglandschaften und Lichtregie eine untrennbare Einheit mit skulpturalen Elementen eingehen. Die materielle Präsenz von Silber und Blei bildet dabei den physischen Kern der Arbeit: Er nutzt diese Stoffe nicht nur als Symbole, sondern als haptische Kontrapunkte, um die Spannung zwischen Reichtum und Gewalt sinnlich erfahrbar zu machen. Die Installation transformiert den Ausstellungsraum in eine multisensorische Reflexionszone, in der die historische Tiefe der Conquista durch die moderne Ästhetik digitaler Medien und industrieller Werkstoffe unmittelbar spürbar wird.



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