JOHANNES BRAHMS – Requiem | 500 Jahre Reformation

Hamburger, sorry: Wiener "Hipster" Johannes Brahms, 1889, 
Foto: C. Brasch, Berlin [Public domain], via Wikimedia Commons

Die Harburger Kantorei, der größte Oratorien-Chor im Süderelberaum mit mehr als 100 Sängerinnen und Sängern, führt in der Friedrich-Ebert-Halle, zusammen mit dem Harburger Kammerorchester, das REQUIEM von Johannis Brahms, zum Reformationsjubiläum 2017, auf.


„Ich habe nun meine Trauer niedergelegt und sie ist mir genommen; ich habe meine Trauermusik vollendet als Seligpreisung der Leidtragenden.“
(Johannes Brahms in einem Brief an den Komponisten und Kirchenmusiker Karl Reinthaler, Februar 1867)

„Als die ersten drei Sätze des „Deutschen Requiems“ im Jahre 1867 uraufgeführt wurden, war Johannes Brahms erst 33 Jahre alt. Das Werk machte ihn als Komponisten im gesamten deutschsprachigen Raum bekannt und ist bis heute eine seiner populärsten und am häufigsten aufgeführten Kompositionen.

Bis zu diesem Zeitpunkt war Brahms‘ Karriere als Komponist eher schleppend verlaufen. Zwar war er bereits 1853 als 20jähriger durch Robert Schumanns emphatischen Aufsatz „Neue Bahnen“ in dessen Neuer Zeitschrift für Musik als der Komponist der Zukunft angekündigt worden. Sich einen Namen gemacht und seinen Lebensunterhalt bestritten hatte er anschließend aber vorwiegend als Pianist, Liedbegleiter und Kammermusiker; daneben war er als Dirigent tätig, vor allem im Bereich der Chorleitung.

Brahms‘ Leben in den Jahren zwischen 1853 und 1872 war geprägt vom Reisen zwischen verschiedenen Arbeits- und Urlaubsorten: Als Chorleiter war er in Hamburg, Detmold und Wien tätig, Konzertreisen als Pianist führten ihn durch große Teile Europas, seine Sommerurlaube verbrachte er in wechselnden Kur- und Erholungsorten des Alpenraums. Dazwischen besuchte er immer wieder Mitglieder seines recht großen Freundeskreises.

Warum befasst sich ein so junger Mensch mit der Komposition eines Requiems, noch dazu ohne Auftrag und ohne viel Erfahrung im Umgang mit dem großen Klangapparat aus Solisten, Chor und Orchester?“ [ Brahms-Unterrichsmaterial.pdf des Bayerischen Rundfunks ]

 


 

JOHANNES BRAHMS – REQUIEM
Harburg | SA 18 NOV 17 | Friedrich-Ebert-Halle 19 Uhr | Karten ab 20,-

Orchester: Harburger Kammerorchester
Chor: Harburger Kantorei
Leitung: Werner Lamm

Karten ab 20 € sind unter www.harburger-kantorei.de erhältlich sowie telefonisch unter 069 407 66 20, Restkarten an der Abendkasse.


Harburger Kulturtag | SA 04 NOV 17 | Musikforum St. Trinitatis, Bremer Str. 9

15.30 Uhr Öffentliche Probe der Harburger Kantorei zum Brahms Requiem
16.30 Uhr Konzert-Einführung zu:
Brahms-Requiem und „Verbum Dei manet in Aeternum“, eine Auftragskomposition für die Harburger Kantorei von Elmar Lampson

 


 

VIDEO | Brahms 1833-1897 – Ein Deutsches Requiem 1869
© Danmarks Radio – SymfoniOrkestret – KoncertKoret – Herbert Blomstedt + Sopran: Camilla Tilling + Baryton: Peter Mattei

 


Warum schrieb Brahms ein Requiem?

Der Komponist widmete das Werk den Lebenden, nicht den Toten

Susanne Mack für Deutschlandfunk Kultur | Artikel lesen

Ein religiöser Freigeist war Johannes Brahms, und sein „Deutsches Requiem“ entstammt einer Zeit der Skepsis gegenüber dem vorgegebenen Glauben der Kirche. Doch als Atheist lässt sich der Komponist kaum bezeichnen, zumal er gern in der Bibel las.

„Nun, das ‚Deutsche Requiem‘ von Brahms entsteht in einer Zeit der religiösen Skepsis. Das heißt, in einer Ära, in der sehr viele Menschen von dem ganz strengen, vorgegebenen Glauben der Kirche sich emanzipierten. Und auch Brahms, der zwar an ein überirdisches Weltprinzip glaubt, ist von dieser Skepsis nicht frei geblieben, er teilt diese Skepsis mit anderen Menschen.“

Das sagt Malte Korff. Er ist Musikwissenschaftler und hat gerade eine Brahms-Biografie geschrieben.

Ein Atheist ist Brahms sicher nicht gewesen, aber ein religiöser Freigeist, der täglich in der Bibel gelesen hat. Mit einer Vorliebe fürs Alte Testament. Christus, der Erlöser, kommt in Brahms Requiem nicht vor. Das Stück ist überhaupt kein gewöhnliches Requiem, denn es ist ursprünglich nicht für eine Totenfeier gedacht.


BUCH | Malte Korff – Johannes Brahms, Leben und Werk

Taschenbuch
260 Seiten
Mit 39 s/w-Abbildungen
Deutscher Taschenbuch Verlag
Sprache: Deutsch
13,5 x 3 x 21,1 cm

Malte Korff schildert den familiären Hintergrund, den Aufstieg, das Wirken als Dirigent und Pianist, das Privatleben, das Verhältnis zu anderen bedeutenden Komponisten der Zeit und entwirft ein Bild von der differenzierten Persönlichkeit des Johannes Brahms. Er bietet zudem eine Einführung in das musikalische Werk. Mit zahlreichen Abbildungen, Werkverzeichnis und weiterführenden Literaturhinweisen.

Einer der bedeutendsten Komponisten des 19. Jahrhunderts

»Er heißt Johannes Brahms, kam von Hamburg, dort in dunkler Stille schaffend, aber von einem trefflichen und begeistert zutragenden Lehrer gebildet … Er trug, auch im Äußeren, alle Anzeichen an sich, die uns ankündigen: Das ist ein Berufener«, meinte Robert Schumann 1853, nachdem er den 20-Jährigen kennen gelernt hatte. Er hatte recht. Heute wissen wir, dass aus diesem jungen Mann einer der bedeutendsten Komponisten des 19. Jahrhunderts wurde.

Der Vater verdiente sein Geld als Musiker. Er spielte Horn und Kontrabass. Sein Sohn erhielt sehr früh Klavierunterricht, legte als Jugendlicher schon erste Kompositionen vor und galt als musikalisches Wunderkind. Die Karriere von Johannes Brahms (1833-1897) begann, als er Robert und Clara Schumann kennen lernte. Clara Schumann wurde schließlich seine große Liebe.

In seiner Heimstadt Hamburg fand Brahms keine Anstellung. Nach verschiedenen Stationen ließ er sich schließlich in Wien nieder und gehörte bald zur großbürgerlichen Elite der damaligen Musikhauptstadt der Welt. Im In- und Ausland hatte seine Musik Erfolg. Sie wurde sehr unterschiedlich eingeschätzt. Die einen hielten ihn für den legitimen Nachfolger Ludwig van Beethovens, andere wie Friedrich Nietzsche für ein »deutsches Missverständnis«. Auch Richard Wagner äußerte sich sehr abfällig. Doch als Wagner 1883 starb, war Johannes Brahms der berühmteste lebende Komponist seiner Zeit.


Friedrich-Ebert-Halle, Alter Postweg 30-38, 21075 Hamburg


 

In diesem Video von Levin Hübner stellt sich die Harburger Kantorei vor. Und zu hören gibt es Ausschnitte aus dem Heilig, heilig von Mendelssohn, den Fest- und Gedenksprüchen von Brahms und dem Bògòroditse Devo von Rachmaninow.

SOCIAL MEDIA anonym durch Einsatz des c't-Projektes Shariff
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