HEINZ STRUNK für den Deutschen Buchpreis nominiert

20 Romane hat die Jury für den Deutschen Buchpreis 2022 nominiert. In der LONGLIST enthalten ist der in Hamburg-Harburg aufgewachsene Schriftsteller HEINZ STRUNK, mit seinem Roman „Ein Sommer in Niendorf“.

heinz strunk screenshot ndr extra3 - HEINZ STRUNK für den Deutschen Buchpreis nominiert
HEINZ STRUNK | Screenshot Extra 3, NDR

Jurysprecherin Miriam Zeh, Deutschlandfunk Kultur:
„In der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur rumoren die großen Fragen unserer Zeit: nach Herkunft und Identität, nach Formen und Zukunft unseres Zusammenlebens. Sie können sich in der deutschen oder österreichischen Provinz ebenso entfalten wie in Kabul oder Pjöngjang, in einer herannahenden Dystopie oder der real-historischen Ostberliner Vorwendezeit. Aus über 200 Titeln und so
vielen Einreichungen wie noch nie haben wir epische Erzählungen ausgesucht, poetische Sprachschöpfungskaskaden sowie formale Experimente, die klassische und realistische Formen des Romans aufbrechen.

Die Auswahl auf unserer Longlist folgt dabei verschiedenen Kriterien, so wie auch in der Jury Perspektiven aus Literaturvermittlung und -kritik zusammenfinden. Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2022 sind etablierte Autor*innen ebenso wie eine Vielzahl noch weniger bekannter und jüngerer Stimmen. Und wenn wir die so verschiedenen Romane damit einem neugierigen Lesepublikum näherbringen können, freuen wir uns umso mehr.“


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Heinz Strunk. Ein Sommer in Niendorf

LESEPROBE

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Gebundene Ausgabe
240 Seiten
Sprache: Deutsch
Herausgeber: Rowohlt Buchverlag; 5. Edition (14. Juni 2022)

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Ein bürgerlicher Held, ein Jurist und Schriftsteller namens Roth, begibt sich für eine längere Auszeit nach Niendorf: Er will ein wichtiges Buch schreiben, eine Abrechnung mit seiner Familie. Am mit Bedacht gewählten Ort gerät er aber bald in die Fänge eines dämonischen Geists: ein Strandkorbverleiher. Als Dritte stößt dessen Freundin hinzu, in jeder Hinsicht eine Nicht-Traumfrau – eigentlich. Und am Ende dieser Sommergeschichte ist Roth seiner alten Welt komplett abhandengekommen, ist er ein ganz anderer.


PRESSESCHAU

VIDEO | „Ein Sommer in Niendorf“ von Heinz Strunk ( 3Sat, Buchzeit vom 26.6.22 )
Verfügbar bis 26.06.2027


Mann in der Krise

Katharina Herrmann für deutschlandfunkkultur | Artikel lesen

„Im Urlaub an der Ostsee wird ein distinguierter Jurist zum Widerling. Verächtlich blickt er auf die Welt, besonders verächtlich auf Frauen. Dass Strunks Männer in der Krise als preiswürdige Literatur gelten, entlarvt den patriarchalen Blick.

Heinz Strunk hat „Ein Sommer in Niendorf“ damit deutlich an Thomas Manns Novelle „Der Tod in Venedig“ angelehnt und gibt seiner stereotypen Männlichkeitsgeschichte einen künstlerischen Anstrich. Dabei fehlt es dem Roman von Strunk aber an der gedanklichen Tiefe und ironischen Doppelbödigkeit, die Thomas Manns Novelle auszeichnet. Alles in „Ein Sommer in Niendorf“ ist von einer Deutlichkeit, die nicht mehr ironisch unterlaufen werden kann, bis hin zur Sprache, die sich häufig auf die Aufzählung von Unästhetischem beschränkt.

Dass solche literarische Konfektionsware als Kunst und Gesellschaftskritik ernstgenommen wird, sagt vor allem etwas über deren Rezeption aus: Es ist die Figur des in die Krise geratenen weißen Mannes, die als Seismograf für gesellschaftliche Probleme wahr- und ernstgenommen wird. Ihm wird Empathie entgegengebracht – seine Opfer dagegen werden als Staffage, als Nischenthemen wahrgenommen.“


Gerade so schön wie der «Tod in Venedig», nur nicht ganz so tödlich

Paul Jandl für die NZZ | Artikel lesen

„Heinz Strunk hat eine spektakuläre Sündenparabel geschrieben. Und er zelebriert darin eine grosse Menschenfreundlichkeit … Jetzt legt der Autor noch einmal nach. Er wächst über sich hinaus, bis er fast aussieht wie Thomas Mann und Strunks neues Buch «Ein Sommer in Niendorf» wie «Der Tod in Venedig».“


AUDIO

Mit Heinz Strunk am Strand von Niendorf

Tobias Wenzel für Deutschlandradio | Reportage anhören


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