Hamburg LESEN – Der Buchpreis der Staatsbibliothek

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Preisträger 2016 | Der Hafen: Fotografien des Hamburger Hafens 1930-1970

Buchpreis 2016. Die Staatsbibliothek vergibt seit 2013 den Preis für ein Buch, das sich in herausragender Weise mit dem Thema Hamburg befasst.


HamburgLesen

Aus knapp 200 Büchern (Vorschlagsliste) wählte die Auswahlkommission 30 hervorragende Publikationen (Longlist) aus. Von diesen hat ein Expertenteam des wissenschaftlichen und kulturellen Lebens Hamburgs die sieben besten Titel ermittelt, die der Jury vorgeschlagen werden.

Shortlist 2016

Diese sieben Titel sind für den Buchpreis HamburgLesen 2016 nominiert:

Seefahrt ist not! - Gorch Fock

BUCH | Schütt, Rüdiger – Seefahrt ist not!: Gorch Fock – Die Biographie

LESEPROBE

Gebundene Ausgabe
224 Seiten
Illustrationen: 46 Illustrationen, schwarz-weiß
Verlag: Lambert Schneider
Sprache: Deutsch
15,4 x 2,2 x 22,3 cm

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Gorch Fock ist der Namenspatron des deutschen Segelschulschiffs. In seiner Biographie zeichnet Rüdiger Schütt erstmals ein differenziertes Bild vom Mann hinter dem Mythos. 1880 als Johann Kinau auf Finkenwerder geboren, 1916 in der Schlacht am Skagerrak gefallen, steht Gorch Fock für Abenteuerlust und Mannesmut, für hehre Ideale und den Überlebenskampf auf hoher See.

Sein Roman Seefahrt ist not! machte ihn zum Bestsellerautor. Heute heißen Schiffe, Schulen und Biersorten nach ihm. Seine Vereinnahmung durch die Nationalsozialisten hatte fatale Folgen. Glorifizierung einerseits, Dämonisierung andererseits bestimmen seither das Bild.

Doch wer war Gorch Fock wirklich? Ein Militarist und Vordenker der NS-Ideologie? Ein Hurra-Patriot? Oder ein talentierter Schriftsteller und kritischer Beobachter einer ungezügelten Industrialisierung?

Der Titel zeigt einen radikal widersprüchlichen Menschen, der hin- und hergerissen zwischen Wunsch und Wirklichkeit an den eigenen Ansprüchen scheitert.

Meeresfreund mit Seekrankheit

René Schlott für SPIEGEL online | Artikel lesen

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„Er wollte unbedingt aufs Meer hinaus, aber stets wurde ihm speiübel. Darum schrieb Gorch Fock nur über heldenhafte Seefahrer. Kaum war er doch noch Matrose, starb er in der Skagerrak-Schlacht.“


 Ferdinand Beneke - Die Tagebücher I (1792 - 1801)

BUCH | Ferdinand Beneke – Die Tagebücher I (1792 - 1801)

LESEPROBE

Hrsg. von Frank Hatje und Ariane Smith. Bände III,1 bis III,6 und Begleitband „Leben und Ansichten“

Gebundene Ausgabe
2802 Seiten
Verlag: Wallstein
Sprache: Deutsch
21 x 17,7 x 24,9 cm

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Die Beneke-Tagebücher gehören zu den umfassendsten und fesselndsten Dokumenten zur Kultur und Lebenswelt des Bürgertums zwischen Französischer Revolution und Vormärz.

Ferdinand Beneke führte von 1792 bis 1848 täglich und detailreich Tagebuch, registrierte politische Ereignisse, reflektierte Zeitströmungen, rezipierte die aktuelle Literatur und beschrieb Alltag und gesellschaftliches Leben. Überdies fügte er seinen Tagebüchern unzählige Beilagen, Briefwechsel und Manuskripte hinzu. Die Lektüre der Beneke-Tagebücher wird so zu einer im weitesten Sinne kulturgeschichtlichen Exploration ihrer Epoche, zur Erkundung einer Gesellschaft im Übergang, eingeschrieben in ein facettenreiches Bürgerleben.

Das bislang unveröffentlichte Corpus wird vollständig kritisch ediert und in vier Abteilungen mit je einem umfangreichen Einleitungsband herausgegeben. Die Edition ist auf ca. 20 Bände angelegt und wird in den kommenden vier Jahren erscheinen.

Die erste Abteilung umfasst die Jahre 1792 bis 1801, Benekes Studium in Halle und Göttingen, seine Anstellung bei der preußischen Provinzialregierung in Minden und Etablierung in Hamburg vor dem Hintergrund einer politisch wie weltanschaulich unruhigen Zeit.

www.ferdinand-beneke.de

Vaterland! Gott! Welch eine Fülle von Empfindungen!

Peter Rawert für die FAZ | Artikel lesen

Eine Schatzkiste aus der Sattelzeit des Bürgertums: Die Tagebücher des Hamburger Juristen Ferdinand Beneke führen ins Herz der Aufklärung – und in eine Fundgrube für Historiker. Die ersten fünf Bände liegen nun vor.


Das Hamburger Kontorhaus: Architektur, Geschichte, Denkmal

Hamburg ist die Stadt der Kontorhäuser. Vor dem Zweiten Weltkrieg musste man den Blick schon auf London oder die Metropolen der USA lenken, um vergleichbar viele architektonisch hochwertige und konzeptionell schlüssige Bürohäuser an einem Ort zu finden.

Bereits damals präsentierte sich die Hamburger Innen stadt als geschäftige City, ebenfalls ein einzig artiger Umstand. Umso erstaunlicher ist es, dass die Hamburger Kontorhausarchitektur bis heute keine umfassende Würdigung erfahren hat. Diese Lücke schließt nun der reich bebilderte Band von Ralf Lange.

Das Hamburger Kontorhaus - Architektur, Geschichte, Denkmal

BUCH | Das Hamburger Kontorhaus: Architektur, Geschichte, Denkmal

288 Seiten
520 historische und Farbabbildungen
Hardcover mit Fadenheftung und Lesebändchen
Format 21 x 26,8 cm

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Anhand von rund 100 Beispielen wird hier die Entwicklung der Kontorhäuser von den Anfängen in den 1880er Jahren bis zum Zweiten Weltkrieg nachgezeichnet: Ihren ersten Höhepunkt erfuhr die Kontorhausarchitektur mit dem Heimatstil und der Reform architektur um 1910. In der Weimarer Republik wurde das Repertoire dann um expressionistische Formen bereichert. In dieser Zeit entstanden so bedeutende Bauten wie das Chilehaus oder der Sprinkenhof, die heute als potenzielles Weltkulturerbe gelten.

Ergänzt um eine vollständige Liste aller erhaltenen Kontorhäuser und Biografien ihrer Architekten, ist dieser Titel ein wertvolles Standardwerk für alle am Hamburger Stadtbild und seiner typischen Architektur Interessierten. Mit einem Verzeichnis aller erhaltenen Kontorhäuser in Hamburg sowie Kurzbiografien ihrer Architekten von Jan Lubitz.


BUCH | Das Hamburger Kinderlexikon
Schütt, Ernst Christian:
Das Hamburger Kinderlexikon: von Alster bis Zitronenjette


Horst Janssen - Ein Leben

BUCH | Henning Albrecht – Horst Janssen: ein Leben

LESEPROBE

Gebundene Ausgabe
720 Seiten
Verlag: Rowohlt
Sprache: Deutsch
15,4 x 4,2 x 22,1 cm

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«Er hinterlässt ein so gewaltiges und bizarres, auch wortgewaltiges OEuvre, dass zwei Leben zu je 65 Jahren dazu kaum ausgereicht hätten», schreibt Rudolf Augstein, als Horst Janssen am 31. August 1995 an den Folgen eines Schlag¬anfalls stirbt. Heute gilt Janssen als einer der bedeutendsten Zeichner und Graphiker des 20. Jahrhunderts. Er war exzentrisch, egoman und exzessiv; sein Alkoholkonsum und seine gelegentlichen Gewaltausbrüche waren berüchtigt, sein Liebesleben lieferte Stoff für unzählige Geschichten.

Henning Albrecht legt nun, nach mehr als fünf Jahren Recherche, die erste umfassende Biographie des Ausnahmekünstlers vor. Sie zeichnet das Porträt eines ewigen Kindes, das vaterlos aufwächst, die Mutter früh verliert und sich immer nach Geborgenheit sehnt, ohne zu wissen, welches Gefühl sich hinter dem Wort verbirgt. Eines Mannes, der überzeugt ist, etwas Besonderes zu sein, und doch von Angst getrieben wird; der darum ringt, sich der eigenen Herkunft zu vergewissern und in Traditionen zu verorten, gerade als Künstler. Richtig ankommen wird er nie unter den Menschen. Doch Albrecht zeigt auch, dass der Bürgerschreck Janssen ein großer Spieler war, der Masken und Irreführungen liebte und die Kunst der Vermummung nicht weniger virtuos beherrschte als Bleistift und Radiernadel.

Auf den Schreck hin

Anna von Münchhausen für ZEIT online | Artikel lesen

„Er war sofort verschwunden. Kaum hatte man ihn begraben auf dem Friedhof seiner Heimatstadt Oldenburg, sprach in Hamburg kein Mensch mehr von Horst Janssen. Merkwürdig genug. War er doch so unentbehrlich gewesen in all den Jahren, als er in der Stadt lebte.

Als Bürgerschreck und Genie, als Frauenheld und Saufkumpan. Als zuverlässiger Beleidiger und amüsanter Charmeur. Als Bohemien und natürlich als gefeierter Zeichner, Grafiker und Radierer. Kurz: als in Hamburg weltbekannter Künstler. Eine Rolle, wie für ihn geschaffen. Niemand hat nach ihm, der 1995 mit 65 Jahren starb, diesen Posten je wieder so hauptamtlich interpretiert und ausgefüllt.“


Die Hamburger Juden im NS-Staat 1933 bis 1938-39

BUCH | Die Hamburger Juden im NS-Staat 1933 bis 1938/39
Ina Lorenz und Jörg Berkemann

Gebundene Ausgabe
4772 Seiten
Verlag: Wallstein
Sprache: Deutsch
24,1 x 17,2 x 27,1 cm

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Die Historikerin Ina Lorenz und der Jurist Jörg Berkemann haben in einer nahezu zwanzigjährigen Forschungsarbeit umfangreiches Quellenmaterial gesichtet und ausgewertet. Das Ergebnis dieser langjährigen Recherchen liegt nun in einer zweibändigen Monografie sowie einer mehrbändigen kommentierten Quellenedition vor.

Anfang 1933 waren in den jüdischen Gemeinden von Hamburg, Altona und Wandsbek etwa 24.000 Mitglieder organisiert, deren Leben zwischen 1933 und 1938/39 in sozialer, politischer, institutioneller, wirtschaftlicher, religiöser und kultureller Hinsicht in dieser Dokumentation erstmals umfassend dargestellt wird.

Ein Leben, das beherrscht wurde durch zunehmende Entrechtung, gesellschaftliche Diskriminierung, staatliche Unterdrückung und Verfolgung sowie den Verlust an humaner Solidarität durch die nichtjüdische Gesellschaft. Dagegen steht das reiche jüdische Gemeindeleben in seinen vielfältigen Aktivitäten der Selbsthilfe, seinen Vereinen, Organisationen und die Verteidigung der jüdischen Selbstachtung.


PREISTRÄGER 2016

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BUCH | Der Hafen: Fotografien des Hamburger Hafens 1930-1970
Gustav Werbeck, John Holler, Germin, Harald Zoch

Gebundene Ausgabe
256 Seiten
Verlag: Junius Hamburg
Sprache: Deutsch
25,5 x 3 x 31,5 cm

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Der Hafen ist die Lebensader Hamburgs, seit jeher prägt er den Charakter der Stadt als Handelsplatz und ihr Selbstverständnis als weltoffene Metropole. Die Bewohner Hamburgs hat er früh mit fremden Gebräuchen und exotischen Handelsgütern in Berührung gebracht, hat den Takt ihrer Arbeit bestimmt und ist stets ein Sehnsuchtsort für ein besseres Leben in der Ferne gewesen.

Das Fotobuch Der Hafen zeigt diesen zentralen Schauplatz von Hamburgs Geschichte und Gegenwart aus einer besonderen Perspektive. Es lässt uns den Hafen mit den Augen von vier der bedeutendsten Hamburger Hafenfotografen des 20. Jahrhunderts sehen und geht damit über eine historische Bilddokumentation weit hinaus.

Mit der jeweiligen Motivwahl und Bildsprache der Fotografen setzt jedes Kapitel einen eigenen thematischen und fotografischen Akzent. Den Auftakt macht Gustav Werbeck, der als Grafiker bei der HHLA tätig war und fast vierzig Jahre für das Unternehmen fotografierte. Seine Aufnahmen zeigen den Hafen der Vorkriegszeit und den Wiederaufbau nach dem Krieg.

Die Bilder von John Holler und Germin (Gerd Mingram) rücken in eindrücklichen Porträts die Menschen und ihre Arbeit im Schiffbau in den Blick. Harald Zoch, der als Fahrer des HHLA-Vorstandsvorsitzenden im Hafen zu fotografieren begann, schließlich zeigt uns den Übergang vom Stückgutumschlag zum Einsatz des Containers, der tiefsten Zäsur in der Hafenentwicklung des 20. Jahrhunderts.

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