GALERIE BRD – I’m not here to make friends | Kunstverein Harburger Bahnhof

FORT, "The Shining", 2012, Foto: René Arnold, Berlin, 
Courtesy: FORT & Sies + Höke, Düsseldorf

Eine Ausstellung der Galerie BRD mit Beiträgen von Katja Aufleger, Johannes Bendzulla, Carsten Benger, FORT, Philip Gaißer & Niklas Hausser, Thorben Mämecke, Dorit Margreiter, Stefan Panhans, Moritz Sänger, Nicolaas Schmidt, Pilvi Takala.


Aus einer reinen Gesprächsgruppe von Studierenden der HFBK Hamburg entstand die Künstlergruppe »Galerie BRD« mit Kunstschaffenden aus Hamburg, Düsseldorf, Köln und Berlin.

Ihre Ausstellung aktuelle Ausstellung beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Mensch und Natur und den medial sowie kulturell vermittelten Naturvorstellungen.

Der Gruppe ist eine künstlerische Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Fragen wichtig, die sie in ihrer Ausstellung in den Fokus rücken. Wiederkehrende Themen sind das Verhältnis von Subjekt, Gesellschaft und Technologie, neokapitalistische Kreativitätsparadigmen und das Dogma permanenter Selbstoptimierung.

Mit „I’m not here to make friends“ bringt die Galerie BRD im Kunstverein Harburger Bahnhof Videoarbeiten eingeladener Künstler_innen und Found-Footage-Material zusammen, um über die Funktion von Authentizitätskonzepten in postkapitalistischen Gesellschaftssystemen und das Prinzip der Nachahmung als affirmative wie subversive Praxis zu reflektieren.

In Werbung und Medien produzierte Konzepte von ‚Reichtum‘, ‚Reise‘, ‚Abenteuer‘ und ‚Spaß‘ vermitteln Ideen von Luxus, Naturverbundenheit, Rausch oder kindlicher Unschuld: Ihr gemeinsamer Ansatz ist die Suggestion von Authentizität, Ursprünglichkeit, Natürlichkeit und Freiheit, die als begehrenswerte Güter erzeugt und als Produkte einer Erlebnisökonomie in die Wertschöpfungskette zurückgeführt werden. Eng verknüpft mit Lebensstilen und Identitäten sind es diese ewigen (Re-)Produktionen von Erfahrungen, die ein aktuelles Unbehagen ausmachen. Im Prozess zunehmender Ökonomisierung aller Lebensbereiche bieten die so erzeugten Sehnsuchtsorte keinen Ausweg und verwischen zunehmend die Grenzen zwischen einem ‚authentischen‘ Selbst und seinen medialen Simulakren.

Mit den im Kunstverein Harburger Bahnhof versammelten Videoarbeiten von FORT, Philip Gaißer & Niklas Hausser, Dorit Margreiter, Stefan Panhans, Nicolaas Schmidt und Pilvi Takala sowie zusammengetragenem Found-Footage-Material befragt die Galerie BRD diese Logiken von Imitation, Simulation, Affirmation und Wiederholung als Strukturprinzipien kapitalistischer Verwertungssysteme, aber auch als Werkzeuge der Subversion und des Widerstands aus dem Inneren des Systems heraus.

Die Arbeiten werden in einer eigens für die Ausstellung entwickelten Architektur präsentiert, die Positionen und Besucher_innen um ein „digitales Lagerfeuer“ herum versammelt.

Ergänzt werden die Videobeiträge um den Text „Wir reden hier von ‚Irreführung der Maschinen'“ des Soziologen Thorben Mämecke.

 


Kunstverein Harburger Bahnhof
Harburger Fernbahnhof
Hannoversche Str. 85 (über den Gleisen 3+4)

GALERIE BRD – I’m not here to make friends

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag, 14 – 18 Uhr, Eintritt frei
Eröffnung: Sonnabend, 25 November 2017

SA 25 NOV 17 – 11 FEB 18

Führungen durch die Ausstellung auf Anfrage an [email protected]

Termine:
Sonnabend, 2. Dezember 2017, 14 – 18 Uhr
Track Academy: Track_7, „Mechanical Turks“

Mit Beiträgen von Lauren Huret & Hunter Longe (Künstler_innen, Genf), Sebastian Schmieg (Künstler, Berlin), Thorben Mämecke (Soziologe, Universität Paderborn) und der Galerie BRD

Angesichts simulierter zwischenmenschlicher Interaktion, mit Eigenleben ausgestatteter Algorithmen oder menschlicher Ressource, die die Arbeit von Bots übernimmt, ist die Grenzziehung zwischen natürlicher und künstlicher Intelligenz schwierig geworden: Wer imitiert hier wen und wie soll umgegangen werden mit authentisch erscheinenden Simulationen von Leben?

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SOCIAL MEDIA anonym durch Einsatz des c't-Projektes Shariff
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