Elbinsel-GYPSY-FESTIVAL | Bürgerhaus Wilhelmsburg

pressefoto-royal-quintett

Cafe Royal Salon Orchester | Pressefoto: Christian Rating

Das Bürgerhaus Wilhelmsburg, die Familie Weiss und der Landesverein der Sinti freuen sich, dass das Elbinsel-Gypsy-Festival in diesem Jahr bereits zum neunten Mal eine Auswahl interessanter Musiker und Klänge aus der Sinti- und Roma-Welt in Wilhelmsburg zusammenbringt.


Wenn die Musik beginnt, spielen all Be- und Zuschreibungen keine Rolle mehr, dann ist jeder einfach nur noch „Mensch“, oder „Rom“, wie es auf Romanes heißt, der Sprache der Sinti und Roma.

Wie in den letzten Jahren versucht auch dieses Festival nicht nur musikalische Brücken zu bauen, sondern die unterschiedlichen Erfahrungen, Kulturen, Lebensweisen mit verschiedenen Aktivitäten näherzubringen.

RESPEKT heiß das Ziel. Manchmal fehlt es dabei gar nicht an gutem Willen, sondern schlicht an Kenntnis des anderen.

GYPSY-Broschüre: Unser Ziel heißt: Respekt!
Sinti und Roma auf dem langen Weg zur Gleichberechtigung.

Lesen / download [ pdf ]


Das Elbinsel-GYPSY-FESTIVAL

Das beliebte Elbinsel-Gypsy-Festival findet bereits zum 9. Male statt. Nach den Erfolgen der letzten Jahre, ist das Festival zu einem traditionellen Wilhelmsburger Frühlings-Event geworden.

Es ist ebenfalls gute Tradition das das Festival vom Cafe Royal Salon Orchester eröffnet wird. Wie in all den Jahren davor darf sich das Publikum auf feinste Klänge aus aller Welt erfreuen: Swing, Dzarda, Musettes,  Wiener Kaffeehausmusik und die alten Weisen der Sinti.

Freuen Sie sich auf einen Abend großer Gefühle, mitreißender Rhythmen und einer Show voller Überraschungen, die nur aus derart virtuos improvisierter Musik erwachsen kann.

Am SA sind der Augsburger Star-Geiger SANDRO ROY und der virtuose Jazz-Akkordeonist HUGO RICHTER zu Gast, mit  erstklassig interpretiertem europäischen Gypsy-Swing und amerikanischen Jazz. Die Band zelebriert eine Verschmelzung aus Violinen- und Akkordeonklängen. Den Sonnabend beschließen LES HOMMES DU SWING aus Hamburg mit einem Konzert in Erinnerung an den legendären Django Reinhardt.

Ein Wochenende Gypsy pur:

FR 07 / SA 08 APR 17
Bürgerhaus Wilhelmsburg

Tagestickets
Freitag 18 € & Sonnabend: 18 € (Vorverkauf u. erm. 15 €)

Karten-Vorverkauf über das Bürgerhaus Wilhelmsburg

Die Familie Weiss

[ via Djangos Erben (SWR) 2008
| Film von Suzan Sekerci, Dramaturgische Beratung: Fatih Akin ]

In den 1980er Jahren wurde speziell für sie eine Siedlung in Hamburg-Wilhelmsburg konzipiert. Heute leben rund 500 Mitglieder der Familie Weiss in 44 Reihenhäusern am Georgswerder Ring.

Im Mittelpunkt des Films stehen Emil und Manusch Weiss. Der 80-jährige Emil Weiss ist das Oberhaupt der Familie, sein Wort gilt. Er bewahrt und pflegt die Traditionen und ungeschriebenen Gesetze der Sinti, gibt sie an die junge Generation weiter.

Dazu zählt nach wie vor das Reisen in Wohnwagen. Heute finden die Fahrten allerdings nur noch sporadisch statt, meist in den Schulferien der Kinder. Die Umstellung von Wohnwagen auf Häuser fiel damals allen sehr schwer. Emil Weiss erinnert sich: “Als wir dann da rein gekommen sind und die Decke war so hoch, da haben wir es alle mit der Angst gekriegt. Und da ist mir was eingefallen: Ich habe die eine Mauer rausgeschlagen, habe am Wohnwagen eine große Tür eingebaut und dann haben wir den Wohnwagen dicht rangefahren, direkt an die Hauswand, (…) und dann konnten wir abends in unserem Wohnwagen schlafen. Aber gekocht, gegessen und getrunken haben wir dann im Haus.”

———

Nach der Sturmflut 1962 konvertierten die Sinti zum Katholizismus: “Ein Zeichen Gottes,” sagt der alte weise Mann, “die Flut verschonte unsere Wohnwagen.” Nicht immer meinte es das Schicksal so gut: Ab 1941 leistete Emil Weiss Zwangsarbeit in der “New York Hamburger-Gummi Waaren Compagnie” in Harburg. Alma überstand das KZ Belzec. “Warum wir blieben?” wiederholt Weiss die Frage. “Ist unsere Heimat!”

Die Familie Weiss, deren Mitglieder international in einem Atemzug mit Django Reinhardt genannt werden, leben seit 170 Jahren in Hamburg.

Manusch Weiß ist Musiker und hat einen Traum: einmal mit seiner Gruppe „Café Royal Salonorchester“ auf dem berühmten Django-Reinhardt-Festival in Samois-sur-Seine nahe Paris auftreten. Er versteht sich als Erbe des berühmten Jazz-Gitarristen und sagt: „Django war ja für uns eine Art Botschafter, er hat uns was geschenkt: die Art und Weise, wie wir spielen.“

DJANGOS ERBEN

Der 2008 entstandene Dokumentarfilm Djangos Erben von Suzan Şekerci über die Nachfahren Reinhardts wurde 2009 im Rahmen des Grimme-Preises mit dem Eberhard-Fechner-Förderstipendium der VG Bild-Kunst ausgezeichnet.

“… Django Reinhardt, der ist auch ein Weiss. Von einer Seite Weiss und von der anderen Seite Reinhardt. Django war aber früher eigentlich ein Geiger. Aber der Wohnwagen von ihm hat gebrannt, und sie haben es zu spät gemerkt und bis er rausgesprungen ist, hat er sich die Hand verbrannt. An der linken Hand waren dann nur noch die drei Finger und die anderen waren verbrannt. Er hatte ja Geige gespielt und mit den drei Fingern konnte er keine Geige mehr spielen und deswegen hatte er dann umgelernt auf Gitarre.” [ Emil Weiss via Djangos Erben (SWR) 2008 ]

—————————–

Das Konzert-Programm
GYPSY-FESTIVAL Wilhelmsburg 2017

FR 07 APR 17 | 19.30 Uhr

CafeRoyal Salon Orchester

Das Cafe Royal Salonorchester, wurde 2005 durch Familienmitglieder der Sinti–Familie Weiss aus Hamburg, dem Gitarristen Clemens Rating und Bassisten Axel Burkhardt gegründet.

Lag der musikalische Schwerpunkt anfänglich auf der Musik des legendären französichen Sinti-Gitarristen Django Reinhardt (und dessen ebenso berühmten „Quintett de Hot Club de France”), dem „Gypsyswing”, so wurde das Spektrum bald um Ungarische Musik, Wiener Kaffeehaus und eigene Kompositionen erweitert.

Gypsyswing, ungarischer Czardas, Caféhausmusik und Pariser Musette. Seit über 4 Jahren begeistert Café Royal – das Ensemble der Familie Weiss aus Hamburg – sein Publikum in ganz Deutschland und Europa mit seiner ebenso ausdrucksvollen, wie temperamentvollen Musik, die Lebensfreude sowie süße Melancholie mit größter Leidenschaft zu vermitteln weiß.

———

VIDEO | Sandro Roy, violin Hugo Richter, accordeon & piano,
Moritz Götzen, bass Norbert Sasse, drums
Ausschnitte vom Konzert im Festspielhaus Hellerau in Dresden am 02.04.2016

SA 08 APR 17 | 20 Uhr

Sandro Roy / Hugo Richter Quartett

Sandro Roy – Violine; Hugo Richter – Akkordeon
Moritz Götzen – Kontrabass ; Till Pape – Schlagzeug

Der Augsburger Star-Geiger Sandro Roy und der virtuose Jazz-Akkordeonist Hugo Richter mit einem beachtlichen Programm aus geballter Power an Groove, Virtuosität und Melancholie.

Der Großteil der Stücke gehört der Verschmelzung aus Violinen- und Akkordeonklängen. Sie vereinen den europäischem Gypsy-Swing und amerikanischen Jazz. Eine großartige Mischung aus Eigenkompositionen und Klassikern aus Jazz- und Gypsy Klängen!

„Anders als die meisten Sinti-Instrumentalisten genoss der Geiger Sandro Roy eine klassische Ausbildung. Roy besuchte Meisterkurse und spielte mit Symphonieorchestern; der Bundespreisträger bei „Jugend musiziert“ beherrscht Bach sowie Django Reinhardt.

Auf seiner Debütplatte spielt der 20-jährige Violinist im Quartett mit zwei Gitarren und Bass neben Swing und „Zigeunerweisen“ auch Stücke von Miles Davis und Thad Jones.

Großartiger Start eines Supertalents!“
[ Spiegel online ]

 


SA 08 APR 17 | 22 Uhr

Les Hommes du Swing

Les Hommes du Swing gründeten sich Ende 2015 in Hamburg und verfolgen seitdem in ihrer Musik den legendären Gypsy-Swing Django Reinhardts.

Die Brüder Jeffrey und Roberto sind Teil der großen Musikfamilie Weiss. Sie spielen seit ihrer Kindheit zusammen und manifestieren in der Gruppe die traditionelle Spielweise des Sinti-Jazz oder „Jazz Manouche“. Kennzeichnend hierfür ist die charakteristische Rhythmik, Spielfreude, hohe Virtuosität, Dynamik und Improvisationslust. Die enge Verbindung beider Brüder ist in ihrem hervorragenden Zusammenspiel hörbar.

Der Geiger Jordan Rodin, zugleich Bratschist der Hamburger Sinfoniker, fügt mit seinem klassisch ausgebildetem Spiel der Band eine interessante Farbgebung hinzu, wobei der Einfluss der Legende, Stéphane Grappelli, nicht zu überhören ist. Bassist des Quartetts ist Axel Burkhardt, eine bekannte Größe der Jazzszene in und um Hamburg, der mit seinem rhythmisch-pulsierenden Spiel die stabile Basis bildet.

Allen gemein ist die Liebe zu Django Reinhardt und Stéphane Grappelli, die 1934 das „Quintette du Hot Club de France“ gründeten und damit dem europäischen Jazz eine eigene Identität verliehen.


 

Bürgerhaus, Mengestraße 20,21107 Hamburg

Ein Wochenende Gypsy pur:

FR 07 / SA 08 APR 17
Bürgerhaus Wilhelmsburg

Tagestickets
Freitag 18 € & Sonnabend: 18 € (Vorverkauf u. erm. 15 €)

Karten-Vorverkauf über das Bürgerhaus Wilhelmsburg

———

SOCIAL MEDIA anonym durch Einsatz des c't-Projektes Shariff
---------

Harburger Kultur-Tipps: