BIANCA BALDI – Eyes in the Back of Your Head

Bianca Baldi (*1985 in Johannesburg, ZA)
studierte bildende Kunst in Kapstadt, Venedig und Frankfurt a.M.

„Eyes in the Back of Your Head“ bedeutet, alles zu wissen, was um einen herum geschieht und so die körperlich bedingte Einschränkung der eigenen Perspektive zu überschreiten. Der Ausstellungstitel verweist auf sprachliche Parallelen zwischen Magie und Kommunikationstechnologien. 


Die Möglichkeiten technischer Überwachung werden aufgerufen, aber auch das „zweite Gesicht“, ein sechster Sinn, der das Sehen vom Sinnesorgan löst und zu einem vorsprachlichen, körperlichen Empfinden erweitert, das in der Vision oder Vorahnung physische Grenzen von Zeit und Raum überwindet.

BIANCA BALDI – Eyes in the Back of Your Head

Ausstellung: 24. März – 4. Juni 2017 | Eintritt frei

Harburg | DO 23 MRZ 17 | Kunstverein | Eröffnung 19 Uhr

„Beginnen wir mit geöffneten Augen am Anfang Ihres gewählten Weges.“
„Let’s begin by standing with your eyes open at the beginning of your chosen path.”

Der Kunstverein Harburger Bahnhof zeigt die erste institutionelle Einzelausstellung der Künstlerin in Deutschland als zweiten Streich von Lisa Britzger und Jennifer Smailes ( neue künstlerische Leitung des Kunstvereins seit 2016 ).

Für ihre erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland entwirft die südafrikanische Künstlerin Bianca Baldi im Kunstverein Harburger Bahnhof eine textile Rauminstallation, ein schwebendes Labyrinth, in dessen begehbaren Räumen Skulpturen und eine neue Videoarbeit präsentiert werden.

Das verwendete Quellenmaterial aus dem Nachlass eines slowenischen Ingenieurs umfasst zum einen dokumentarische Fotografien vom Bau der Funkstation Kamina (1911-14), die aus der deutschen Kolonie Togo bis nach Nauen in Brandenburg sendete.

Die deutsche Kolonialregierung ließ von 1911 bis 1914 in der deutschen Kolonie Togo eine drahtlose Funkstation installieren. Diese transkontinentale Radiostation, die sich in Kamina befand, diente als Verbindungsstelle zwischen den deutschen Kolonien und dem Mutterland Deutschland.

Radio relay transmitter at Kamina, Togo, 
[Public domain], via Wikimedia Commons

Zudem eine Talismanschriftrolle aus Togo. Deren synkretische, zwischen islamischen Einflüssen und magischen Traditionen einzuordnende Grafiken, bilden mythologische Architekturen, die Geister bannen und übernatürliche Kräfte übertragen sollen. In beiden Bezugssystemen kommt dem Medium als körperlicher Manifestation ( Sich-offenbaren ) unsichtbarer Kräfte eine wesentliche Funktion zu.

Ausgehend von symptomatischen [ Anzeichen, Kennzeichen einer (negativen) Entwicklung ] Ereignissen aus dem Repertoire europäischer Imperialgeschichte inszeniert Bianca Baldi mit präzisem Blick für Details das Zusammentreffen von scheinbar nebensächlichen, anekdotischen Momenten mit den großen historischen Erzählungen, die bis heute den westlichen Umgang mit außereuropäischer Kultur prägen.

Die Ausstellung „Eyes in the Back of your Head“ möchte eine körperliche Erfahrung der Besucher_innen beim Durchschreiten der Rauminstallation provozieren und die Bedeutung des Irrationalen und Virtuellen gegenüber einem Beispiel von Ernüchterung, einem Verhalten und Denken, das von Vernunft gekennzeichnet ist, fühlbar machen.


Bianca Baldi (*1985 in Johannesburg, ZA)

studierte bildende Kunst in Kapstadt, Venedig und Frankfurt a.M.. Neben Teilnahmen an internationalen Großausstellungen wie der 8. Berlin Biennale, KW Institute for Contemporary Art, Berlin (2014), dem 19. Contemporary Art Festival SESC Videobrasil, Sao Paolo, BR (2015) und der 11. Shanghai Biennale, Shanghai, CN, (2016), war sie in Ausstellungen u.a. an der Extra City Kunsthal, Antwerpen, BE (2016), am Braunschweiger und am Frankfurter Kunstverein (2015) und am MMK, Frankfurt a.M. (2013) beteiligt. Einzelausstellungen zeigten u.a. das Goethe Institut Johannesburg (“Zero Latitude”, 2014) und Swimming Pool, Sofia (“Pure Breaths”, 2016).


Kunstverein Harburger Bahnhof
Harburger Fernbahnhof
Hannoversche Str. 85 (über den Gleisen 3+4)

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag, 14 – 18 Uhr, Eintritt frei

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