ANNA VINNITSKAYA spielt Chopin | Aufnahmen aus der Friedrich-Ebert-Halle veröffentlicht

Anna Vinnitskaja | Foto: Gela Megrelidze

Höchste Virtuosität und poetische Tiefe: Anna Vinnitskaya hat im Frühsommer 2020 in der Harburger Friedrich-Ebert-Halle, die weltweit für ihre hervorragende Akustik bekannt ist, eine CD aufgenommen. In 2021 wurde der Tonträger veröffentlicht. CD-Einspielungen von Anna Vinnitskaya wurden mit zahlreichen Preisen wie dem Diapason d’Or, dem ECHO Klassik und der Gramophone Editor’s Choice ausgezeichnet.


Publikum und Kritik schätzen gleichermaßen, dass Anna Vinnitskaya nicht nur spektakuläre spieltechnische Feuerwerke zünden kann, sondern auch große Tableaus malerisch auszugestalten versteht. Ihre technische Brillanz ist dabei nie virtuoser Selbstzweck, sondern verbindet sich mit einem natürlichen, dabei stets farbenreichen Klang und mit der Fähigkeit zur Gestaltung langer, durchdachter Bögen.

Der Erste Preis beim Concours Reine Elisabeth in Brüssel 2007 war für die russische Ausnahmepianistin der Auftakt zu einer erfolgreichen internationalen Karriere, wobei sie mittlerweile auch Schritt für Schritt eine eindrucksvolle Diskografie entwickelt hat, die bei ihrem Stammlabel ALPHA CLASSICS neben Werken von Bach, Brahms oder Ravel selbstverständlich auch Musik russischer Komponisten umfasst. Letztere begleiten sie seit ihrer Kindheit in Novorossiisk bis hin zum abschließenden Unterricht bei ihrem Lehrer Evgeni Koroliov in Hamburg. Die Einspielungen wurden mit zahlreichen Preisen wie dem Diapason d Or, dem ECHO Klassik und der Gramophone Editor s Choice ausgezeichnet.

Nunmehr schickt sich die Künstlerin an, ihrer vielseitigen Diskografie die Musik des Erzromantikers Frédéric Chopin hinzuzufügen.

FREDERIC CHOPIN.
Balladen Nr. 1–4,
Impromptus Nr. 1–3 &
Fantaisie-Impromptu
Anna Vinnitskaya (Klavier)

CD mit Booklet
Aufnahmeort: Friedrich-Ebert-Halle, Hamburg-Harburg

Auf dem Programm der jüngsten, hier vorgestellten Aufnahme stehen neben Chopins vier Balladen, die sich zwischen Miniatur und Sonate zu bewegen scheinen, auch die vier nicht minder populären Impromptus, die zwischen 1835 und 1842 entstanden sind. Die eingangs beschriebenen besonderen Eigenschaften ihres Spiels kommen hier in ebenso beeindruckender wie überzeugender Weise bestens zur Geltung.


VIDEO | Anna Vinnitskaya – Portrait


Wo sich Rührseligkeiten verbieten

Mascha Drost für Deutschlandfunk | Artikel lesen

Die Pianistin Anna Vinnitskaya spielt Chopins Balladen und Impromptus. Es gelingt ihr, alles kraftvoll, verspielt und tänzerisch klingen zu lassen. Vinnitskayas große Stärke jedoch liegt noch woanders, und sie macht dieses Album zu einem besonderen. So muss Chopin klingen!

Es ist diese Balance zwischen Raffinement und klanglicher Substanz, die diese Aufnahme auszeichnet – Chopin erscheint hier weder verzärtelt noch wird er unter Klangmassen begraben. Und auch bekanntes Repertoire wie die 4 Balladen oder die Impromptus haben derartig gelungene Interpretation unbedingt verdient.


Meinolf Bunsmann für den Hessischen Rundfunk | Beitrag anhören ( 4 Min. )

Ob Ballade oder Impromptus. Wie Anna Vinnitskaya Chopin spielt, das ist packend. Weder entschärft sie die Radikalität Chopins, noch überfrachtet sie die lyrischen Stellen mit Gefühlsdueselei. Gerade die vier Balladen bieten in ihrer Unterschiedlichkeit die Möglichkeit, die vielen Facetten Chopins kennenzulernen.


AUDIO | Fantaisie-impromptu in C-Sharp Minor, Op. 66
Aufnahmeort: Friedrich-Ebert-Halle, Hamburg-Harburg


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