75. Geburtstagsjubiläum von HANNE DARBOVEN

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Foto: Hanne Darboven Stiftung

»Eins + eins ist eins zwei. Zwei ist eins zwei. Das ist meine Urthese für alle Gesetze, die bei mir mathematisch durchlaufen. Ich schreibe mathematische Literatur und mathematische Musik.« (Hanne Darboven)

75. Geburtstagsjubiläum von HANNE DARBOVEN

am 29. April 2016

SA 30 APR 16 | Rolf-Liebermann-Studio | 19 Uhr

Konzert und Festveranstaltung zum 150. Jubiläum von J.J.Darboven
und zum 75. Geburtstagsjubiläum von Hanne Darboven.

Seltsam nur, dass in ihrem lebenslangen Wohnort Harburg 2016 NICHTS dergleichen stattgefunden hat.

Interessant in diesem Zusammenhang: die Wiederauflage einer legendären Ausstellung in New York:

Hanne Darboven: Kulturgeschichte, 1890-1983

Ausstellungszeitraum: 05. November 2016 bis 30. Juli 2017
Ausstellungsort: Dia/Chelsea, New York, USA | www.diaart.org/program/exhibitions-projects/hanne-darboven-kulturgeschichte

Miriam Schoofs: „In Kulturgeschichte 1880-1983 unterstreichen Darbovens numerische Indizes eine Materialflut von Bildern aus Bücher, Zeitschriften, Postkarten und anderen Quellen. Die 1590 Seiten umfassende Bild- und Textmontage füllen, identisch gerahmt und als Rasterrahmung installiert, die Wände des Ausstellungsraums. Ihnen werden Neunzehn gefundene Objekte und Artefakte zugeardnet und zusammen mit den Bild-Text-Tafeln im Raum installiert. Dieser Wandteppich aus Bildern, Drucken und handschriftlichen Informationen wird in Gruppen von Bildern unterteilt in historische, kulturelle und politische Themen wie beispielsweise:
  • die beiden Weltkriege
  • Originalseiten der Nachrichtenmagazine Stern und Der Spiegel vom Zeitpunkt der Veröffentlichung der gefälschten Hitler-Tagebücher und der auf diese folgende Polemik
  • der Katalog der Sammlung Ludwig über die Nachkriegskunst, die eine große Gruppe von Abbildungen von Kunstwerken vor allem aus den 1960er Jahren umfasst
  • die Anfänge der Industrie in Frankreich, Deutschland, Osteuropa, der UdSSR
  • die gegenüberstellung von Alter und Neuer Welt
  • Plakate und Postkarten über die russische Revolution
  • ein deutscher Kulturfahrplan
  • eine umfassende Sammlung von Strick- und Web-Muster
  • die parallele Entwicklung in Kunst, Politik und Wissenschaft
  • die Geschichte der Druckgrafik und Ansichtskarten
  • Kalenderblätter mit Film-und Rockstars
  • eine Serie von Schwarz-weiß Fotografien von New Yorker Hauseingängen.“
Das hätten wir gern in Hamburg gesehen.

TIME SWINGS

Dokumentarfilm über die berühmteste Hamburgerin – pardon Harburgerin | Regie: Rasmus Gerlach / 85 Min.

Hamburg | SO 2 OKT 16 | Metropolis Kino 15.45 Uhr Uraufführung

Sie war ein weiblicher Dandy und so exzentrisch, dass der „Spiegel“ schrieb, im Vergleich zu ihr sei Joseph Beuys direkt normal gewesen. Die Künstlerin Hanne Darboven trug ihre Konzeptkunst über jede Grenze, übersetzte sie sogar in Kompositionen und rechnete Bilder in Minimalmusik um. Durch ihre visionäre Beschäftigung mit der Zahlen-Welt wurde sie zu einer frühen Computerkünstlerin.

Regisseur Rasmus Gerlach kannte die 2009 verstorbene Hamburgerin persönlich und filmte 2001 an ihrem 60. Geburtstag, als ihr Orgelkonzert in der Laeizhalle aufgeführt wurde. Sein neuer Dokumentarfilm umkreist ihr Atelier in einem alten Bauernhaus am Harburger Burgberg, das demnächst um ein Dokumentationszentrum erweitert wird.

VIDEO | Trailer

Von Bernhard Berz, Darbovens Hausfotograf und Tonassistent, und anderen Mitarbeitern lässt er sich durch ihr altes Bauernhaus führen, wo die weltberühmten Werke aus Platzmangel unter der Decke hängen. Ein assoziatives Porträt einer großen Hamburger Künstlerin.


HANNE DARBOVEN – Gepackte Zeit

Werkschau 25 FEB − 03 SEP 2017 | Sammlung Falckenberg, Hamburg-Harburg

ERÖFFNUNGSTAG
Am Sonnabend, 25. Februar 2017 von 12 – 17 Uhr. Eintritt frei
Begrüßung um 12.30 Uhr durch Dirk Luckow (Intendant der Deichtorhallen Hamburg) sowie Florentine Gallwas und Nicole Krapat (Wissenschaftliche Leitung der Hanne Darboven Stiftung). Anschließend Kurzführungen durch die Ausstellung.

Das Ausstellungskonzept sieht den Dialog ausgewählter Arbeiten Hanne Darbovens mit Exponaten der Sammlung Falckenberg vor. Durch Arbeiten von Künstlerfreunden Darbovens sowie dokumentarischen Materialien aus dem Nachlass der Künstlerin im Bestand der Stiftung wird die Ausstellung ergänzt.

mehr Infos

Einen besonderen Stellenwert in der Ausstellung nimmt die exemplarische Großarbeit Kinder dieser Welt ein, die sich über eine ganze Etage des Sammlungsgebäudes erstrecken wird.

Parallel zum Auftakt der Ausstellung in der Sammlung Falckenberg eröffnet am 24.2.2017 die Hanne Darboven Stiftung das Dokumentationszentrum Am Burgberg. Es ist eine der Aufgaben der Hanne Darboven Stiftung, den Nachlass von Hanne Darboven an ihrem einstigen Schaffens- und Wirkungsort Am Burgberg in Rönneburg (Hamburg-Harburg) aufzubereiten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Erstmals werden an diesem Ort dokumentarische Materialien ergänzend zur Ausstellung zu sehen sein.

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Ich schreibe, aber ich beschreibe nichts.“ Hanne Darboven

HANNE DARBOVEN

(29. April 1941 – 9. März 2009)

  • gehört zu den international renommiertesten Konzept-Künstlerinnen.
  • Sie vertrat Deutschland auf der Biennale in Venedig, hat mehrere Male an der documenta teilgenommen und ist in den wichtigsten internationalen Museen präsent.
  • Geboren 1941 in München, aufgewachsen in Hamburg-Harburg, lebte und arbeitete in Hamburg-Harburg. 1994 erhielt Hanne Darboven in Hamburg den angesehenen Lichtwark-Preis.
  • Am Montag, den 09. März 2009 verstarb Hanne Darboven im Alter von 67 Jahren in ihrem Wohnort Rönneburg, in Hamburg-Harburg.

Zahlenkolonnen auf Schreibmaschinenpapier – Hanne Darboven (1941–2009) katalogisierte die Zeit. Die wohl bedeutendste deutsche Konzeptualistin addierte, bildete Quersummen, notierte, hielt fest. Der aufgeschriebene Moment gerann unter ihren Händen zum Kunstwerk.

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BUCH | Hanne Darboven: Unbändig

Gespräche mit Carl Andre, Joseph Kosuth, Rainer Langhans,
Almir Mavignier, Andreas Osarek, Gert de Vries,
Lawrence Weiner u.a.

Gebundene Ausgabe
250 Seiten
69 Abbildungen
18,00 x 21,00 cm
Hatje Cantz Verlag
Sprache: Deutsch

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Die montageartige Biografie begibt sich auf Spurensuche und stellt eine faszinierend-androgyne Frauenfigur in den Mittelpunkt. Aus großbürgerlichem Hamburger Hause stammend, erlebte Darboven ihre künstlerische Erweckung im New York der 1960er-Jahre und machte schließlich eine steile internationale Künstlerkarriere.

In dem Band wechseln erzählte Passagen, Gesprächsprotokolle und Interviews mit Weggefährten wie Lawrence Weiner, Carl Andre, Joseph Kosuth, Kasper König oder Rainer Langhans einander ab. Diese persönlichen Perspektiven machen nicht zuletzt auch die künstlerische Entwicklung anschaulich und erleichtern den Zugang zum hermetischen Werk Darbovens.

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In 2006 fand die letzte große Einzelausstellung von Hanne Darboven in der Deutsche Guggenheim, Berlin statt. Hanne Darbovens Installation Hommage à Picasso für das Deutsche Guggenheim, (4. Februar bis 23. April 2006) dokumentierte das letzte Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts und war gleichzeitig eine außergewöhnliche Hommage der international wohl bekanntesten deutschen Künstlerin an den Künstler des 20. Jahrhunderts.


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Hanne Darboven. Hommage a Picasso

Gespräch von Gerd de Vries mit Sibylle Omlin, Texte von Valery L. Hillings, Wolfgang Marx, Anne Rorimer, Svenja Gräfin von Reichenbach

Broschiert, 96 Seiten,
49 Abb., davon 34 farbig,

3 Klapptafeln
mit Audio-CD OPUS 60
Sprache: Deutsch
27,8 x 23 x 1,4 cm

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Das Buch dokumentiert eine Auftragsarbeit für das Deutsche Guggenheim in Berlin: eine aktualisierte und erweiterte Version von Hommage à Picasso aus den Jahren 1995/96.

In der Installation notiert Darboven auf insgesamt 9720 Schriftblättern in vier Varianten numerisch das letzte Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts. Als Reminiszenz an den »größten Künstler des 20. Jahrhunderts« setzt Darboven ihre Arbeiten in »picassoesk« handbemalte Rahmen, die Kleinkünstler, inspiriert von Picassos Jacqueline in türkischem Kostüm, entworfen haben.

Ergänzt werden diese Blätter von Skulpturen sowie Darbovens musikalischer Komposition Opus 60, die dem Band auf CD beiliegt.

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Friedrich II

Eine besondere Arbeit mit Harburger Bezug ist „Friedrich II, Harburg 1986“, die als Grundmotiv eine Postkarte mit der Ansicht des Harburger Sand ca. 1908/1910 verwendet.

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Abb./Quelle: Helms-Museum, Hamburg-Harburg

Autobiographischer Bezug / Friedrich II:

Hanne Darboven, aufgewachsen in Harburg, lebte mit ihren Eltern einige Jahre am Sand, Standort des 1895 gegründeten „Colonialwaaren- und Conserven-Geschäft mit Dampf-Kafferösterei“ ihres Großvaters J.W. Darboven. Der Betrachtungsstandpunkt der Postkarte entspricht dem Standort des Darbovschen Geschäfts.

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SOCIAL MEDIA anonym durch Einsatz des c't-Projektes Shariff
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