120 Jahre Museum

120 Jahre Museum

120 Jahre Helms-Museum / Archäologisches Museum / Stadtmuseum Harburg im November 2018
Abb.: Senator Helms | Foto: Andreas Franzkowiak, CC BY 3.0

Am Mittwoch, dem 21. November 2018 feiert das Archäologische Museum Hamburg und Stadtmuseum Harburg seinen 120. Geburtstag mit einem großen Festakt. Am darauffolgenden Wochenende lädt das Museum zu einem Tag der offenen Tür mit freiem Eintritt, kostenlosen Führungen und vielen Mitmachaktionen ein.


Alle am Museum und dessen Geschichte Interessierten sind herzlich eingeladen, am Jubiläumswochenende, dem 24. und 25. November 2018, mitzufeiern.

„Seit 1999 war das Museum eine selbständige Stiftung öffentlichen Rechts. Das änderte sich 2008, als das Helms-Museum in die Stiftung Historische Museen Hamburg überführt wurde und nochmals 2013, als das Archäologische Museum Hamburg | Stadtgeschichtliches Museum Harburg in die wieder eigenständige, neu gegründete Stiftung Helms-Museum ausgegliedert wurde. Kraft gesetzgebenden Beschlusses der Hamburgischen Bürgerschaft ist der offizielle Stiftungsname inzwischen an den Namen des Museums angeglichen worden – ohne den früheren Zusatz »Helms-Museum«.“ [ Peter Hornberger, Vorsitzender Museumsverein Harburg in der 50. Ausgabe von Helms-Museum Aktuell 9.2018 ]

Der traditionelle Name „Helms-Museum“ wird von vielen Harburgern als Synonym für »Das Harburger Museum« verstanden.

Ursprünglich diente das Museum ausschließlich dazu, die Geschichte der bis 1937 selbständigen und seitdem zu Hamburg gehörenden Stadt Harburg zu bewahren. Diese Aufgabe könnte zum Teil das Kellergewölbe des Harburger Schlosses übernehmen, welches in Zukunft zu einer Außenstelle des Museums ausgebaut werden soll.

Die bis 2009 in einem dritten Standort, der alten Harburger Feuerwache, untergebrachte Dauerausstellung zur Harburger Stadtgeschichte wurde geschlossen. Die Neueinrichtung einer vergleichbaren Dauerausstellung konnte bislang nicht realisiert werden.

Gegründet wurde das Museum 1898 als Museum zu Harburg, von dem Hamburger Kaufmann und späteren Harburger Senator August Helms zusammen mit anderen Personen des öffentlichen Lebens, die sich zu einem Museumsverein zusammenschlossen. Ziel war die Schaffung eines Museums für die damals eigenständige preußische Stadt Harburg (Elbe) und ihren Landkreis. 1902 bezog der Verein einige Ausstellungsräume in einem Schulgebäude am Rathausplatz. 1925 erhielt das Museum durch das Vermächtnis der Söhne des Gründers eine repräsentative Villa an der Buxtehuder Straße als Ausstellungsgebäude und wurde Helms-Museum umbenannt.

Das Museum hat sich in seiner bald 120-jährigen Geschichte vom Historischen Museum für die Stadt Harburg zum Archäologischen Landesmuseum der Freien und Hansestadt Hamburg entwickelt.


Ein kulturpolitischer Rückblick

Auf dem Hamburger Kulturgipfel im Oktober 2010 wurde der Erhalt des Altonaer Museums und die Verschiebung weiterer Sparauflagen ausgehandelt. Die Stiftung Historische Museen musste allerdings bei allen zugehörigen Häusern ( auch Archäologisches Museum Hamburg & Helms-Museum ) im nächsten Jahr 500 000 Euro einsparen. In den darauffolgenden drei Jahren erhöhte sich die Summe um je eine Million Euro, bis 2014 dann 3,5 Millionen Euro erreicht wurden, die ursprünglich vorgesehene Auflage.

Da die Museumsstiftung keinen Cent weniger sparen musste und 3,5 Millionen, wie die Betroffenen vorrechneten, für alle Häuser nicht reichten, mussten „kreative Lösungen“ gefunden werden. Betroffen war dann das Harburger Helms-Museum/Stadtgeschichte.

Nach der vorläufigen Rettung des Altonaer Museums könnte nun das Helms-Museum fällig werden

Petra Schellen für die TAZ | Artikel lesen
[ Interview vom 28. 11. 2010 mit Rainer-Maria Weiss, Direktor des ( damaligen ) Helms-Museums. Zuvor Kustos am Berliner Museum für Vor- und Frühgeschichte ]

taz: Herr Weiss, seit dem Kulturgipfel steht nicht mehr das Altonaer Museum auf der Abschussliste, sondern eventuell das Helms-Museum. Wie stehen Sie dazu?

Rainer-Maria Weiss: Auf einer potenziellen Liste standen alle Häuser der Stiftung Historische Museen. Die Frage ist, an welcher Stelle man steht. Bisher wurde nur über Platz eins gesprochen, und da stand offenbar das Altonaer Museum. Von Kürzungs- oder gar Schließungsplänen für das Helms-Museum weiß ich allerdings nichts.

Wir sind das Hamburger Museum für Archäologie mit bedeutenden Beständen aus ganz Norddeutschland.

taz: Und damit kein lokal verankertes Museum, das bei Schließungsplänen eine Lobby hätte.

Rainer-Maria Weiss: Doch, die hat es. Wenn Sie in der Bezirksversammlung Harburg, an der TU, beim Wirtschaftsverein oder anderen auch nur andeuteten, dass das Helms-Museum schließen könnte, bräche ein Proteststurm los. Denn für die Harburger ist das “ihr” Museum, das hat auch mit ihrem Selbstverständnis gegenüber Hamburg zu tun. Wer diesem Haus Böses will, der lernt den Süden kennen.

Die Harburger Stadtgeschichte konnte Herr Weiss damit wohl nicht gemeint haben. Der Stand in 2018 scheint zu sein, das das Stadtmuseum Harburg eine Institution mit eingelagertem Sammlungsbestand und ohne Dauerausstellungsräumlichkeiten ist. Die Feuerwache wurde geschlossen und die stadtgeschichtliche Sparte damit eingespart. Einen Proteststurm hat es nicht gegeben.


Ein Plan für die stadtgeschichtliche Zukunft

Re-Vitalisierung des historischen Kellers im Restgebäude „HARBURGER SCHLOSS“

Mehr Infos

In der Mitte der Schlossinsel befindet sich das im 19. Jahrhundert zum Wohngebäude degenerierte Restgebäude Harburger Schloss. Hier soll im historischen Keller eine Außenstelle des Helms-Museums entstehen. Seit Herbst 2017 soll in den historischen Räumlichkeiten die Geschichte Harburgs bis zur Industrialisierung präsentiert werden. Bislang konnte auch dieser Plan nicht realisiert werden.
Drei Räume mit insgesamt 120 Quadratmetern Fläche stehen im Keller zur Verfügung, darunter das letzte noch vorhandene gotische Gewölbe, das als ältester erhaltener Raum Hamburgs gilt. Mit einer Re-Vitalisierung des historischen Kellers würde das quasi „tote“ Helms-Museum ( Harburger Stadtgeschichte ) zumindest zu einem kleinen Teil wieder lebendig.


Großes Veranstaltungsprogramm und eine Geburtstagspublikation

Am Mittwoch, dem 21. November 2018 schaut das Museum mit seinen Gästen bei einem Empfang im Harburger Theater auf seine 120jährige Geschichte zurück und feiert anschließend mit Musik im Theater-Foyer.

Alle am Museum und dessen Geschichte Interessierten sind herzlich eingeladen, am Jubiläumswochenende, dem 24. und 25. November 2018, mitzufeiern. Freuen Sie sich auf kostenlose Führungen durch die archäologische Dauerausstellung und die aktuelle Sonderausstellung. Dazu gibt es diverse Mitmachaktionen für Klein und Groß.

Das Archäologische Museum Hamburg und Stadtmuseum Harburg feiert 120. Geburtstag

24. und 25. November, 10 – 17 Uhr

Eintritt: frei

Zum Geburtstag präsentiert das Museum seine Geschichte auch in einem Buch, mit Fotografien von der Anfangszeit bis heute: ein Bilderbogen mit Informationen zur Entwicklung des Museums in den letzten 120 Jahren. Für das Buch sollen neue Quellen erschlossen und bisher unveröffentlichtes Bildmaterial zugänglich gemacht werden. Kompakt und im handlichen Format soll die Entwicklung des Museums von den Anfängen bis heute in Form einer Zeitreise dargestellt werden.


Archäologische Museum Hamburg | DAUERAUSSTELLUNG
Harburger Rathausplatz 5
21073 Hamburg

Archäologische Museum Hamburg / Stadtmuseum Harburg | SONDERAUSSTELLUNG
Museumsplatz 2
21073 Hamburg

————-

SOCIAL MEDIA anonym durch Einsatz des c't-Projektes Shariff

Harburger Kultur | Artikel-Tipps