Zwei Millionen Jahre MIGRATION

Zwei Millionen Jahre MIGRATION

Abb. / Copyright: Neanderthal Museum
Eine Ausstellung des Neanderthal Museums

Die aktuelle Einwanderung von Menschen aus Afrika und Westasien nach Europa löst umfassende Debatten aus und wird die europäischen Gesellschaften über Jahre hinaus begleiten. Menschen waren aber zu allen Zeiten mobil. Die im Sommerhalbjahr 2018 geplante Ausstellung „Zwei Millionen Jahre Migration“ will mit einem Blick in unsere früheste menschliche Entwicklungsgeschichte verdeutlichen, dass Mobilität und Migration selbstverständliche Bestandteile des Menschseins und kein modernes Phänomen sind.


Die Spurensuche im Museum führt von den Wurzeln des Menschen in Afrika über Asien bis nach Europa und geht dabei besonders diesen Fragen nach: Wie begann die Reise des Menschen, welche Ursachen, Mechanismen und Auswirkungen stehen hinter dem Phänomen der Migration?

„Menschen waren zu allen Zeiten mobil. Auf der Suche nach Nahrung, Wasser und anderen Ressourcen haben sie sich stets sowohl kleinräumig bewegt als auch andere Regionen und Kontinente besiedelt.

Die Ausstellung präsentiert unsere unterschiedlichen Wurzeln aus Afrika und Westasien. Menschen sind in Afrika entstanden. Vertreter von Homo erectus und später anatomisch moderne Menschen kamen aus Afrika nach Asien und Europa und haben sich von dort ausgebreitet.

Vor erst 7000 Jahren wanderten Ackerbauern und Viehzüchter aus der heutigen Türkei nach Europa ein. Sie vermischten sich mit der hier ansässigen Bevölkerung. Vor 4000 Jahren wanderten Menschen aus den östlichen Steppen Richtung Westen und es kam erneut zu einer Vermischung und zum Kulturaustausch.

Verpackt in ein ungewöhnliches Design lädt die Ausstellung die Besucher ein, zu ergründen, welche Ursachen, Mechanismen und Auswirkungen hinter dem Phänomen der Migration standen und stehen und dass wir alle ein Teil davon sind.

Seit 2009 erforscht ein Team aus 70 Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen in dem Sonderforschungsbereich 806 „Our way to Europe“ an der Universität Köln die Ausbreitung der anatomisch modernen Menschen von Afrika aus nach Europa. Ausgelöst durch die aktuelle politische Situation wurde der Entschluss gefasst, eine Brücke zu schlagen zwischen Eiszeit und Moderne und die Chance zu nutzen, die Aktualität archäologischer Forschung für heutige gesellschaftliche Herausforderungen deutlich zu machen.

Gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Stiftung Mercator ist die Ausstellung in Kooperation zwischen dem Neanderthal Museum, der Universität zu Köln, dem Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte Jena und der Heidelberger Akademie der Wissenschaften entstanden. “ [ Pressetext: Neanderthal Museum, 2017 ]

TIPP: Internationaler Museumstag

Harburg | SO 13. Mai 2018
Archäologisches Museum Hamburg | 10 – 17 Uhr | Freier Eintritt


Humanae-Project © Angélica Dass - Ausstellungsarbeit in "Zwei Millionen Jahre MIGRATION"

Das Archäologische Museum Hamburg bat im Vorfeld der Ausstellung Hamburger mit Migrationshintergrund um Unterstützung:

Migranten-Geschichten sollen der Ausstellung Leben einhauchen. Die Ausstellung will mit einem Blick auf unsere früheste menschliche Entwicklungsgeschichte verdeutlichen, dass Mobilität und Migration selbstverständliche Bestandteile des Menschseins und kein modernes Phänomen sind.

Wer mitmachen wollte, konnte sich mit seiner Geschichte bewerben. Diese sollte etwa die Länge von einer ¾ Din-A4-Seite haben, konnte aber auch gern als Video eingereicht werden – je bunter die Mischung ist, desto besser! Gesucht wurden Portraits von Neu-Hamburgern und Hamburgern mit Migrationshintergrund in der 1., 2. oder 3. Generation.

Dabei interessierten sich die Ausstellungsmacher besonders dafür, was die Themen Kultur, Heimat oder Herkunft für die Neu-Hamburger bedeuten und welche Gründe sie nach Hamburg geführt haben. Die Erfahrungen und Motive der modernen Migranten sind in der Ausstellung als Videos zu sehen. Dabei erfährt der Besucher nicht nur etwas über die Geschichten von Geflüchteten aus Syrien, dem Irak oder Afghanistan, sondern lernt auch ganz überraschende Migrationsbiographien kennen: So erzählen zum Beispiel eine australische Barkeeperin und eine ukrainische Stadtplanerin, wie sie in Hamburg eine neue Heimat gefunden haben.


ZWEI MILLIONEN JAHRE MIGRATION

Archäologisches Museum Hamburg

Ausstellungslaufzeit: 13. April bis 2. September 2018

Ort: Museumsplatz 2, 21073 Hamburg
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10-17 Uhr

Eintritt: 6,- / Kinder frei

Das Archäologische Museum Hamburg präsentiert eine archäologische Erlebniswelt, die einen lebendigen und faszinierenden Einblick in die Vor- und Frühgeschichte Norddeutschlands bietet. In den stets aktuellen Themen rund um das menschliche Dasein, wie Nahrung, Werkstoff, Gewalt, Innovation, Tod und Mobilität schlägt die Archäologie dabei eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Kooperation mit dem Auswanderermuseum BallinStadt Hamburg

Die Fortsetzung der spannenden Geschichte der Ein- und Auswanderung können die Besucher in der BallinStadt Hamburg erleben: Gegen Vorlage eines Tickets von „Zwei
Millionen Jahre Migration“ erhalten Museumsbesucher in der BallinStadt Hamburg einen „2 für 1“-Rabatt: Nur die erste Person zahlt Eintritt, die zweite hat freien Eintritt (nicht mit
anderen Rabatten kombinierbar). Im Gegenzug dürfen Besucher der BallinStadt Hamburg zu den gleichen Konditionen in das Archäologische Museum Hamburg. Zwischen den beiden Ausstellungen liegen nur zwei S-Bahn-Stationen (S3/S31).

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