Wilde Zeiten | Hamburg-Fotos von Günter Zint 1965–1989

Wilde Zeiten | Hamburg-Fotos von Günter Zint 1965–1989

Foto: Günter Zint / Junis Verlag

Günter Zint ist eine Institution in Hamburg. Über zwei Millionen Fotos hat der rastlose Fotograf in den letzten 50 Jahren gemacht und war dabei stets mehr als nur Beobachter. Ein Bildband präsentiert die „Wilden Jahre“ in Hamburg – von 68er-Demos bis zu Pop-Ikonen.


Die Milieus seiner Sujets kennt er genau, fast immer ist Zint Teil des Geschehens und drückt noch auf den Auslöser, wenn der Polizeiknüppel schon auf ihn niedersaust, ist immer genau dann zur Stelle, wenn es gerade losgeht: Wenn bei Springer eine Bombe hochgeht, der Inhalt eines Wassereimers treffsicher auf dem Helm eines Polizisten landet oder wenn noch unbekannte Musiker wie die Beatles die musikalische Weltbühne betreten … Die Authentizität vieler seiner Fotos basiert dabei oft auf freundschaftlicher Beziehung: zu McCartney, Lennon, Hendrix, »Wolli Indienfahrer« oder zu Nina Hagen.

Begleitet von Texten von Tania Kibermanis führt uns dieses Fotobuch zurück ins wilde Hamburg der 60er, 70er und 80er Jahre, als eine junge Generation gegen das Establishment aufbegehrte.

Von den heute fast rührend anmutenden frühen Sponti-Provokationen bis zu dem mit hohem persönlichen Einsatz geführten Kampf gegen den Abriss des Fischerdorfs Altenwerder oder gegen das AKW Brokdorf und das Endlager Gorleben spannt das Buch einen rasanten Bogen und bannt dabei den Geist von drei Jahrzehnten Stadtgeschichte ins Bild: lange Haare und kurze Röcke, revolutionärer Mut und sanfter Widerstand, das freizügige Leben in den Kommunen und der verlotterte Kiez-Alltag … dagegen fühlt sich das Leben im Hamburg von heute frischgewaschen und sogar ein bisschen verklemmt an.

Der Fotograf Günter Zint (Jg. 1941) war Hausfotograf im Star-Club und im »Salambo«. Er gründete in den 60er Jahren die St. Pauli Nachrichten und arbeitete als Fotograf für Stern, Spiegel, konkret und mit Autoren wie Günter Wallraff. 1988 gründete er das St. Pauli Museum.

Günter Zint, Tania Kibermanis: „Wilde Zeiten. Hamburg-Fotografien von Günter Zint 1965–1989“

Gebundene Ausgabe
Hardcover
Junius Verlag
256 Seiten
300 Abbildungen
Sprache: Deutsch
28,8 x 26,2 x 2,8 cm


PRESSESCHAU

„Ich hoffe, dass die Gelbwesten aus Frankreich rüberkommen“

Günter Zint im Corsogespräch mit Adalbert Siniawski für Deutschlandfunk | Artikel lesen

„Das Objektiv an meiner Kamera ist das Einzige, was an mir objektiv ist“, sagte der Pressefotograf Günter Zint im Dlf. Kritische Distanz gibt es bei ihm nicht, er ist immer Teil des Geschehens vor seiner Kamera.

„Ich habe ja bei der Deutschen Presseagentur gelernt diesen Job, und ich bin Pressefotograf von Beruf – also „Bildredakteur im Außendienst“ nennt man sowas. Und ich habe damals schon immer darauf geachtet, dass ich die Zeit einfange, weil ich wusste … Ich habe mitbekommen mit der Zeit, wie schnell ein Foto Geschichte wird. Manche Fotos, die ich gemacht habe, die waren nach vier Wochen schon geschichtsträchtig.“


VIDEO | Günter Zint: Fotoband zeigt „Wilde Zeiten“
07.11.2018 Hamburg Journal · NDR Fernsehen
Video verfügbar bis: 07.02.2019 · 19:30 Uhr

 

Im legendären Star-Club lichtete Fotograf Günter Zint Musiker ab, bevor sie berühmt wurden. Den Häuserkampf in der Hafenstraße erlebte er mit. Sein Fotoband zeigt Hamburgs „Wilde Zeiten“.


VIDEO | Günter Zint: Liebeserklärung an St. Pauli

Günter Zint schwärmt für seinen Stadtteil St. Pauli. In zahlreichen Bildern hat er den Kiez dokumentiert. Im Clip erklärt er, was ihn genau an St. Pauli fasziniert.

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