SoliPolis | NEW HAMBURG Festival

SoliPolis | NEW HAMBURG Festival

Zur fünften Projektspielzeit und zum 250-jährigen Jubiläum der Veddel lädt NEW HAMBURG zu einem Festival ein. Unter dem Titel »SoliPolis« werden vom 15. bis 30. September 2018 gemeinsam mit Initiativen, Aktivist*innen, Kunst- und Kulturschaffenden sowie weiteren Partner*innen von der Veddel, aus Hamburg und Deutschland weltweit diskutierte Ideen und Konzepte einer „Solidarischen Stadt“ erforscht.


Paulina Neukampf entwickelt in der Veddeler Kneipe »Zonck« ein Stück zu Arbeitswelten und sozialen Rückzugsorten. In einer Tanz-Performance beschäftigt sich Sayouba Sigué mit der Frage des Alterns in verschiedenen gesellschaftlichen Strukturen. Der junge Regisseur und Schauspieler Dor Aloni erarbeitet eine Inszenierung zur Situation des Dazwischens und befragt hierzu unter anderem Menschen ohne Ausweispapiere und Staatenlose. Der Schau- und Puppenspieler Oscar Olivo choreografiert eine Parade der Puppen, die Visionen der Veddeler*innen erzählt. Das »Institut für Grauzonen und Solidarische Praxis« recherchiert rechtliche Spielräume. Max Weydringer gestaltet mit Veddeler Kindern und Erwachsenen einen Parcours, der den Stadtteil und seine Themen spielerisch erkundet.

Und natürlich ist NEW HAMBURG nicht ohne Musik, ohne Essen, ohne Feiern, ohne verbindendes Zusammensein zu denken.

In »SoliPolis« ziehen wir Zwischenbilanz aus über vier Jahren auf der Elbinsel. Wir thematisieren Barrieren, strukturelle Probleme, Ausschlüsse und besorgniserregende gesellschaftliche Entwicklungen, mit denen viele Bewohner*innen der Veddel täglich konfrontiert sind:

  • Wie lebt es sich in einem Stadtteil ohne Drogerie und Apotheke?
  • Wie fühlt es sich an, jeden Monat zur Ausländerbehörde zu müssen – seit über 20 Jahren?
  • Wie muss ein Nachname klingen, um eine Wohnung zu bekommen?
  • Wer bestimmt, was wessen Arbeit wert ist?
  • Mit welcher Hautfarbe werde ich kontrolliert und mit welcher nicht?

Und wir lassen uns für die Zukunft inspirieren: Unter dem Schlagwort sogenannter „Solidarity Cities“ erproben Zivilgesellschaft und politische Entscheidungsträger*innen in New York, Toronto, in Barcelona, Zürich und zahlreichen weiteren Städten kommunalpolitische Lösungen, die bereits erfolgreich solidarische Prinzipien in den Mittelpunkt stellen.

Für eine solche Entwicklung in der Hansestadt ist das NEW-HAMBURG-Festival »SoliPolis« nur einer von vielen Auftakten unterschiedlicher Lokal-Akteur*innen.

Im Anschluss schwärmen die Ideen für eine neue Gesellschaft mit der bundesweit organisierten »We’ll come United – Hamburg«-Parade ins Zentrum und mit NEW HAMBURG in den MalerSaal aus, wo wir im Oktober zu einer Werkschau zusammenkommen.

In der gesamten Spielzeit 2018–19 lädt NEW HAMBURG mit vielen weiteren Akteur*innen dazu ein, die „Solidarische Stadt“ real werden zu lassen. Gemeinsam denken wir darüber nach, wer an welchen Stellen abgeben muss, wer welche Entscheidungen trifft, wo wir radikal anders handeln und uns verbünden müssen: In Theatersesseln und auf der Bühne, auf Kirchenbänken und auf der Kanzel, in der Bürgerschaft, im Wohnzimmer und auf der Straße.

Mehr Infos
PROGRAMM - TIPPS

United in Visions

Parade mit abschließender Performance
Start: Wilhelmsburger Platz, Veddel

Sa, 15/09/2018/16:00 Uhr

Projektleitung: Oscar Olivo / Ausstattung: Marie Lauerbach / Musik: Rosemary Hardy / Kernteam Puppenbau: Abdullah Atayeeh, Philipp Stadtmüller / Chorleitung: Mario Orlando El Fakih Hernández / Künstlerische Mitarbeit: Leila Mousavi / Projektkoordination: Leonie Schäffer

Wenn die Stadt eine Puppe wäre, wie würde sie sein? Woraus wäre sie gemacht? Wie würde sie aussehen und was wären ihre Eigenschaften? Wenn die Stadt-Puppe eine*n Partner*in oder Verbündete hätte, eine*n Liebhaber*in, eine*n Freund*in, wer würde das sein? Wären es nicht die Herzen all jener, die in ihren Mauern und in ihren Häusern leben, die ihre Straßen durchwandern? Was, wenn diese zwei Kräfte – die Stadt und die Herzen jener, die in dieser Stadt leben – einander begegnen würden? Komm zur Parade »United in Visions« und erlebe dieses magische, hoffnungsvolle und beizeiten auch trostlose Aufeinandertreffen.

Während des Festivals können in einem für alle offenen Workshop am »SoliPolis-Bauplatz« eigene Puppen gebaut und Ideen für die »We’ll come United«-Parade am 29/9 entwickelt werden.


Fun in the Church

Ozan Ata Canani & Band feat. Derya Yildirim // Sedah Hajusom

Konzert anschließend Party | Nur Abendkasse / Pay what you want

Sa, 15/09/2018/20:00 Uhr Immanuelkirche Veddel, Wilhelmsburger Straße 73

Musikalische Leitung »Sedah«: Carlos Andres Rico, Sergio Vasquez // Textarbeit: Hamed Ahmadi // Mit: Alireza, Amir-Hossein Nouri, Elahe, Fardin Tajik, Jennifer, Sameullah Karimi, Moheb, Mostafa, Mehran Amiri

Ata Canani, der Erfinder des türkischen Songs in deutscher Sprache, startete zwar in den späten Siebzigern bereits mit seinen musikalischen Grenzgängen, doch damals schien die Zeit nicht reif für seine Poesie, die in wenigen einfachen Worten hochkomplexe Zusammenhänge und Emotionen beschreibt. Mittlerweile ist sein Jahrhundertsong »Deutsche Freunde« eine Art Doyç-Deutsche Nationalhymne und seine neue Single »Alle Menschen dieser Erde« bringt uns dem Weltfrieden ein Stück näher.

Ata wird bei diesem Vorhaben von der NEW HAMBURGER Knospe Derya Yıldırım unterstützt!

In einem gewaltigen Spektrum von Gefühlen und Geschichten zwischen Rap- und Popsong beschreibt das Hajusom-Kollektiv »Sedah« auf gänzlich unprätentiöse Weise das, was uns am Wichtigsten ist: Gemeinschaft, Neugierde und den Moment, an dem man einen Menschen wirklich kennen lernt.

Zwar liegt es nicht an uns, ihnen dafür einen Grammy zu verleihen – aber immerhin können wir uns freuen, diese Band am Eröffnungsabend im Vorprogramm zu präsentieren!

„Almancanın türk şarkının muciti belki yetmişli yılların sonunda icat etmiştir, ama o anda onun şiirleri için zaman olgunlaşmamıştır. Birkaç kelimeyle komplex bağlantılar ve duygular tasvir etmiştir. Bu arada yüzyılın sarkisi »Deutsche Freunde« bi tür „Deustsch-Alman“ milli marşı olmuştur ve onun yeni şarkısı »Alle Menschen dieser Erde« (Dünyanın bütün insanları) bizi biraz daha dünya barısına yaklaştırıyor. Ata bu tasarlamada NEW HAMBURGERun yeni tomurcuğundan Derya Yıldırım dan destekleniyordur.

»Sedah« çok olağanüstü bir sekilde duygular ve hikayelerle bizim icin önemli olan mevzuları Rap ve Pop seklinde tasvir eder: Beraberlik, meraklık ve özel bir insanı gercekten tanıdığın o anda. Bir Grammy vermek belki bizim ellimizde olan bir şey degildir ama en azından bu müzik grubun gelecek programda ilk olarak performanslarını görmekte sevinebiliriz.

Im Anschluss ab ca. 23 Uhr:
Booty Carrell & Friends
Nach den Konzerten drehen sich Perlen des Minority-Pop auf den Plattentellern. Nostalgie und Neugierde begegnen sich auf dem Dancefloor!

„Konserlerden sonra tablalarda „Minority-Pop“ calınacaktır. Nostalji ve heyecan dans pistinde dir!


Ansambl Romani Japani

Konzert

So, 16/09/2018/15:00 Uhr Atelier Stadtteilkünstler, Am Zollhafen 5b

Japan ist vielleicht das einzige Land der Welt, in dem keine Roma wohnen und das somit nicht von ihrer Kultur beeinflusst ist. Das ändern wir jetzt: Das »Ansambl Romani Japani« besteht aus den bulgarischen Musiker*innen Alex Xtra-Ta und Mitko Aleksiev sowie der Schauspielerin Sachiko Hara.


KASTRO und Raze de Soare

Konzert

So, 16/09/2018/20:00 Uhr Immanuelkirche Veddel, Wilhelmsburger Straße 73

Für den Abend fliegen wir den einzigartigen Old School Hip Hopper Kastro aus Serbien ein. Er präsentiert politschen Underground-Rap – auf Romanes! Anschließend bringt das Duo »Raze de Soare« aus Bukarest Romani-Lieder der Formatia Albatros aus den frühen Neunzigern in ein aktuelles Gewand aus schwebendem Synthesizer-Pop und dem Osten zugewandtem Dub – und postulieren nebenbei Ägypten als Sehnsuchtsort. Was das Eine mit dem Anderen zu tun hat, kann man allenfalls erfühlen.

Kastro ist der einzige serbische Underground-HipHop-Musiker, der regierungskritische und politische Texte auf Romanes schreibt und performt und sich damit gegen Diskriminierung von Roma einsetzt. Vor kurzem hat er sein drittes Album Kastro Against White Supremacy veröffentlicht. Während Kastro bereits in den vorherigen Alben Unterdrückung und Diskriminierung von Roma reflektiert hat, versteht sich sein neues Album als aktueller Beitrag gegen weiße Vorherrschaft und Rassismus.

Raze de Soare sind Teil des Bukarester Musiker-Kollektivs und Labels Future Nuggets. Das Duo spielt Proto-Manele, eine Mischung aus rumänischem Balkan-Folk der Roma-Minderheit und zeitgenössischer, synthetischer Popmusik.

Der Stil entstand in den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren Westrumäniens als Gegenentwurf zur staatlich geförderten, traditionellen Volksmusik und wurde gerne auf Hochzeiten und in Lokalen gespielt – ihre EP “Albatros“ erschien 2015 auf Future Nuggets und ist eine Hommage an die gleichnamige Proto-Manele-Band.


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Theater von Dor Aloni, Raban Witt

Termine
Do, 20/09/2018 Immanuelkirche Veddel, Wilhelmsburger Straße 73 | Uraufführung
Fr, 21/09/2018 Immanuelkirche Veddel, Wilhelmsburger Straße 73
Sa, 22/09/2018 Immanuelkirche Veddel, Wilhelmsburger Straße 73

Es spielen: David Dedic, Thomas Mehlhorn, Sasha Rau, Greg Liakopoulos
Regie: Dor Aloni, Bühne: Marlene Lockemann, Kostüme: Magdalena Vogt, Dramaturgie/Text: Raban Witt, Dramaturgie: Greg Liakopoulos, Koordination/Assistenz: Lucca Pawlik

„Woraus besteht der Mensch? Aus Körper, Seele und Pass.
(Russisches Sprichwort)

Ein Theaterabend über Selbstbestimmung und Zuschreibungen, Zugehörigkeit und Ausschluss, auf der Basis von Gesprächen mit Staatenlosen und Menschen ohne Ausweispapieren.


Hava Bekteshi & Love Songs / Sinan Cem Eroğlu

Konzert

Fr, 21/09/2018/21:30 Uhr Café Nova, Wilhelmsburger Straße 73

Nicht nur auf den Elbinseln ist die Sängerin und Çifteli-Spielerin Hava Bekteshi dafür bekannt, ausufernde Abende mit selten gehörter albanischer Musik zu gestalten. Seit kurzem tut sie das nun auch in Begleitung mit dem Hamburger Trio »Love Songs«.

Zusammen arbeiten sie an so etwas wie neuer albanischer Musik, die mit einem Fuß fest in der Tradition steht, während der andere in die Zukunft aufbricht. Herrlicher Spagat!

Davor heißen wir den Istanbuler Ausnahmemusiker mit Youtube-Kanal Sinan Cem Eroğlu willkommen, der gerade nach Hamburg zog. Er ist ein wahrer Meister diverser Saiteninstrumente und sein Klang ein friedliches Nebeneinander von Folk, Jazz und Elektronik.

Schließt man die Augen ist es, als würden Marc Ribot und Robert Fripp ein Konzert auf dem Berg Ararat spielen.


A Wall is a Screen

Stadtführung, Filmnacht

Sa, 22/09/2018
Treffpunkt: S-Bahn Veddel, Seite Wilhelmsburger Platz

»A Wall is a Screen« ist Stadtführung und Filmnacht zugleich. Projektoren erleuchten dunkle, neu zu entdeckende Orte und Flächen der Veddel. Ist der Film zu Ende, ziehen wir weiter zur nächsten „Leinwand“. Erkundet mit uns laufende Bilder zur Solidarischen Stadt!


Benjamin Brunn & Alex Aleksiev

Electronic ( vermutlich DJ-Sets ]

Sa, 22/09/2018/21:00 Uhr Immanuelkirche Veddel, Wilhelmsburger Straße 73


NAÏSSAM JALAL & RHYTHMS OF RESISTANCE

Konzert

So, 23/09/2018/21:00 Uhr Immanuelkirche Veddel, Wilhelmsburger Straße 73

Nach einer Information des Schauspielhauses
www.schauspielhaus.de/en_EN/kalender/naissam_jalal.15435462

Die franco-syrische Flötistin kommt mit hochkarätiger Besetzung aus Paris und zieht Verbindungslinien zwischen ihren Heimaten und dem ganzen großen Rest der Jazzgeschichte. Das ist selbstverständlich mit musikalischen Abenteuern verbunden – und transportiert politische Statements. Deutschlandradio Kultur nennt diese Band eine „große Entdeckung“ und wir sind sicher, dass es euch genauso gehen wird.

Naïssam Jalal (flute, nay, compositions),
Mehdi Chaïb (tenor and soprano sax, percussions),
Karsten Hochapfel (guitar, cello),
Zacharie Abraham (double-bass)
Arnaud Dolmen (drums).

2011 gründete Naïssam Jalal mit vier weiteren talentierten Musikern das kosmopolitische Quintett „Rhythmen des Widerstands“.

Durch die Kombination vieler verschiedener Einflüsse entsteht eine Musik, die mit feinem Rhythmusgefühl, reichen Improvisationen und bewundernswerter Energie fasziniert. Sie führen uns in verschiedene ästhetische Bereiche und bringen Jazz und Klassik, europäische Musik und östliche Musik näher zusammen.

Die „Rhythmen des Widerstands“ erinnern uns daran, dass der Widerstand immer noch sehr lebendig ist und sich entschieden gegen die Standardisierung stellt.


Assembl’âge

Tanztheater von Sayouba Sigué
Choreografie: Sayouba Sigué

Do, 27/09/2018 Immanuelkirche Veddel, Wilhelmsburger Straße 73

Mit Tänzer*innen, Schauspieler*innen und Veddeler*innen wird der Choreograf Sayouba Sigué Fragen nach dem Altern in verschiedenen gesellschaftlichen Strukturen erforschen. Welche Rolle spielt Altersarmut in unserer Stadt? Welcher solidarischen Strukturen in Zivilgesellschaft und Politik bedarf es, um auch im Alter ein gutes Leben führen zu können?


Transcorner Walk

Installation | On The Road | Projektleitung: Emilie Girardin, Markus Posse

Fr, 28/09/2018/18:30 Uhr Café Nova, Wilhelmsburger Straße 73
So, 30/09/2018/15:00 Uhr Café Nova, Wilhelmsburger Straße 73

Was passiert, wenn Cornern auf Kunst, Bier auf Tütü, Altona auf Wilhelmsburg trifft? In verschiedenen Workshops haben sich experimentierfreudige Hamburger*innen solchen Fragen gewidmet, um gemeinsam den spannenden Prozess des Gestaltens aus geschlossenen Atelierräumen auf die Straße zu holen.

Der »Transcorner Walk« ist das Ergebnis dieser Treffen: eine Werkstatt an frischer Luft, bei der Kurzfilme geschaut, Musik gehört, und zusammen getanzt werden kann. Lasst uns spazieren gehen, um die Ecken der Hansestadt neu zu entdecken und spontan erfinderisch zu werden!


Immanuelkirche Veddel / Café Nova,
Wilhelmsburger Straße 73

Zur fünften Projektspielzeit und zum 250-jährigen Jubiläum der Veddel lädt NEW HAMBURG zu einem Festival ein. Unter dem Titel »SoliPolis« erforschen wir vom 15. bis 30. September gemeinsam mit Initiativen, Aktivist*innen, Kunst- und Kulturschaffenden sowie weiteren Partner*innen von der Veddel, aus Hamburg und Deutschland weltweit diskutierte Ideen und Konzepte einer „Solidarischen Stadt“

Weitere Informationen finden Sie hier: www.new-hamburg.de

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