INSTALLATIONEN AUS 25 JAHREN SAMMLUNG FALCKENBERG

Erwin Wurm - Adorno als Oliver Hardy in "The Bohemian Girl" (Das Mädel aus dem Böhmerwald, 1936) und die Last der Verzweiflung, 2006, Acryl, 70 x 143 x 65 cm, edition of 8 plus 2 artist’s proofs

Der Kunst-Höhepunkt des Jahres 2019 in Hamburg. Anlässlich des 25. Jubiläums der Sammlung Falckenberg zeigen die Deichtorhallen Hamburg eine umfassende Ausstellung, die den Schwerpunkt auf installative und skulpturale Arbeiten der Sammlung legt – darunter einige, die bisher noch nie in der Sammlung Falckenberg zu sehen waren.





INSTALLATIONEN AUS 25 JAHREN SAMMLUNG FALCKENBERG

Ausstellung bis 24. Mai 2020

Anlässlich des 25. Jubiläums der Sammlung Falckenberg zeigen die Deichtorhallen Hamburg im Herbst/Winter 2019/2020 eine umfassende Ausstellung, die den Schwerpunkt auf installative und skulpturale Arbeiten der Sammlung legt. Die installativen und skulpturalen Arbeiten, die Harald Falckenberg in den letzten Jahrzehnten eingekauft hat, sind auch international ein absolutes Highlight. Wir erwarten eine Eruption von COUNTERCULTURE Bürgerschreck-Kunst mit der Falckenbergschen Punk-Attitüde, die seine Sammlung, vor der Deichtorhallen-Phase, legendär gemacht hat.

Die Ausstellung präsentiert rund 60 Werke von 45 international renommierten Künstler*innen wie Olaf Breuning, Jimmie Durham, Mark Dion, Thomas Hirschhorn, Jon Kessler, Jessica Stockholder, Diana Thater, Cosima von Bonin, Franz West, Mike Kelley, General Idea und Erwin Wurm. Viele der gezeigten Werke waren bereits als Leihgaben in Museen wie dem Centre Pompidou, dem PS1, dem Walker Art Center, der Tate Modern, dem MoMA New York, dem MOCA Los Angeles sowie auf den Biennalen von Venedig und Shanghai zu sehen.

Erstmals werden diese Werke in einer großen Übersichtsschau in der Sammlung Falckenberg in Hamburg-Harburg zusammengeführt.

Künstler*innen der Ausstellung:
Vito Acconci, Franz Ackermann, Richard Artschwager, Karla Black, John Bock, Olaf Breuning, Björn Dahlem, Mark Dion, Jimmie Durham, General Idea, Thomas Grünfeld, Georg Herold, Thomas Hirschhorn, Mike Kelley, Jon Kessler, Martin Kippenberger, Astrid Klein, Jean-Jacques Lebel, Sherrie Levine/Joost van Oss, Sarah Lucas, Paul McCarthy, Jonathan Meese, Bjarne Melgaard, Ernesto Neto, Tony Oursler, C.O. Paeffgen, Nam June Paik, Manfred Pernice, Charlotte Posenenske, Robert Rauschenberg, Jason Rhoades, Christoph Schlingensief, Thomas Schütte, Roman Signer, Jessica Stockholder, Diana Thater, Paul Thek, Gavin Turk, Atelier van Lieshout, Peter Welz/Wiliam Forsythe, Cosima von Bonin, Rebecca Warren, Franz West, Erwin Wurm, Thomas Zipp u.a.

Olaf Breuning - Apes, 2001, Mixed media, variable Maße | © Olaf Breuning

Einige der ausgewählten Exponate werden in den Harburger Phoenix-Hallen zum ersten Mal zu sehen sein, darunter Dolphines von Diana Thater, L’Essence von Jimmie Durham, outgrowth family von Thomas Hirschhorn und Les avatares de Vénus von Jean-Jacques Lebel.

Zudem wurden viele der gezeigten Arbeiten, wie Jon Kesslers multimediale Rauminstallation The Palace at 4 A.M., eigens für diese Ausstellung aufwendig restauriert und somit für die Besucher*innen neu erlebbar gemacht. Leider ist die aktuelle Installationsvariante für diese Ausstellung NICHT erlebbar, da scheinbar NICHT betretbar. Zudem ist der Aufbau gerade zum 25. Jubiläum enttäuschend geraten. Insbesondere, wenn man die beeindruckenden Möglichkeiten der variabel gestaltbaren Installation kennt.

Darüber hinaus sind die dauerhaft in der Sammlung Falckenberg untergebrachten Rauminstallationen von Jonathan Meese, Thomas Hirschhorn und John Bock fester Bestandteil der Schau.

Seltsamerweise sind einige interessante Arbeiten von Meelgard und Kelley nicht zu sehen.

Vielleicht kann Harald Falckenberg in den nächsten Jahren die lang erwartete Mike-Kelley-Ausstellung realisieren. Ein Schuss Bjarne Melgaard und Paul McCarthy wäre auch sehr willkommen! Bjarne Melgaard und Paul McCarthy freie Hand bei Performances und der Gestaltung leerstehender Gebäudeteile der Phoenix-Hallen zu ermöglichen, wäre ein Big-Bang.


Jon Kessler – The Palace at 4 A.M.

The Palace at 4 A.M. lautet der Titel der Videoinstallation, die Jon Kessler auf 1000 qm in den Räumen der Sammlung Falckenberg installiert hat. 2005/2006 wurde sie bereits im Projektraum P.S.1 des MoMA in New York gezeigt und untersucht die gesellschaftliche Rolle der Medien als Instrument der Meinungsbildung und der Überwachung in Politik und Werbung.

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Mit Hilfe von Überwachungskamera und kinetischer Skulpturen schafft Kessler eine mechanische Bildproduktion, die dem Betrachter die Verbindung zwischen dem realen und dem medialen Bild in eindringlicher Weise verdeutlicht. Die Offenlegung der technischen Geräte und Verkabelung verstärkt die oszillierende Wahrnehmung zwischen Realität und Fiktion.


Harald Falckenberg | Foto: Julia Steinigeweg

Die Sammlung Falckenberg

Der Grundstein für die Sammlung Falckenberg wurde 1994 von dem Hamburger Unternehmer und Juristen Harald Falckenberg (*1943) gelegt. Ihr Schwerpunkt liegt seit jeher auf der Kunst der counterculture, die nach dem Zweiten Weltkrieg als Aufstand gegen die Eliten und das Kunstestablishment insbesondere in den USA und Deutschland entstanden ist. Die Sammlung ist international mehrfach ausgezeichnet und vom New Yorker Magazin ARTnews unter die besten 200 Sammlungen der Welt gewählt worden.

Der renommierte Sammler zeitgenössischer Kunst und Buchautor Dr. Harald Falckenberg ist seit 2008 Ehrenprofessor an der Hochschule für bildende Künste Hamburg.
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Einen frühen Sammlungsschwerpunkt bildeten Arbeiten der späten 1970er- und 1980er-Jahre mit Künstler*innen wie Werner Büttner, Martin Kippenberger, Jürgen Klauke, Astrid Klein, Albert Oehlen und Franz West, denen Werke US-amerikanischer Künstler derselben Generation wie Vito Acconci, John Baldessari, Paul McCarthy und Richard Prince gegenübergestellt sind. Später wurden diese Positionen durch Arbeiten der vorangegangenen Generation progressiver internationaler Künstler und Künstler*innen wie Hanne Darboven, Öyvind Fahlström, Dieter Roth und Paul Thek ergänzt. Erst in einem dritten Sammlungsabschnitt ist der Bezug zu den jüngeren Positionen der Gegenwartskunst aufgenommen wurden.

Bereits an ihrem ersten Standort in Hamburg, dem sogenannten Pump Haus am Hamburger Flughafen, kam dem installativen Charakter der Sammlung aufgrund der unkonventionellen, experimentellen Präsentation der Kunst besondere Bedeutung zu. Tatsächlich bildeten Installationen, die nicht selten spezifisch für die Sammlung entstanden, bald eine Art Spezifikum der Sammlung Falckenberg. Prozesshafte und raumgreifenden Installationen wie Propposition von Jason Rhoades und Paul McCarthy, als auch Olaf Breunings Apes trugen besonders in der frühen Phase der Sammlertätigkeit Falckenbergs zum legendären Ruf der Sammlungsräume bei, in denen konventionelle Galeriekonzepte innovativ umgedeutet wurden. 2001 wurde die Sammlung durch den Umzug in die Phoenix-Hallen in Harburg auf fast 6.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche erweitert. Das Gebäude erwarb Harald Falckenberg 2007, ließ es aufwendig umbauen und stellte es 2011 zusammen mit seiner Sammlung den Deichtorhallen als Dauerleihgabe zur Verfügung.






VIDEO | 25 Jahre Privatsammlung Falckenberg | Hamburg Journal – 27.11.2019


SAMMLUNG FALCKENBERG
Wilstorfer Straße 71 | Phoenix-Hallen / Hamburg-Harburg

EINTRITTSPREISE
10 Euro normal, 6 Euro ermäßigt, freier Eintritt für Kinder und Jugendliche
bis einschließlich 17 Jahre.
Div. Gruppenpreise und Rabatte, weitere Infos unter www.deichtorhallen.de/eintrittspreise.

ÖFFNUNGSZEITEN
Der Besuch der Sammlung Falckenberg ist jeden 1. Sonntag im Monat
auch ohne Anmeldung möglich.
Geöffnet von 12 – 17 Uhr.

ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN
Sammlung Falckenberg: Do/Fr 18 Uhr, Sa 12 und 15 Uhr, So 12 und 15 Uhr
(außer am 1. So im Monat).
Eintritt und Führung: 15 Euro/Person
Eine Anmeldung zu den öffentlichen Führungen in der Sammlung Falckenberg ist erforderlich über das Buchungssystem | ANMELDEN

Die Sammlung Falckenberg, Harburg ist eine Dependance der Deichtorhallen, Hamburg.

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