FUZZY DARK SPOT – Videokunst aus Hamburg

FUZZY DARK SPOT – Videokunst aus Hamburg

Rosanna Graf - Stab & Fleisch, 2015,
Copyright: Rosanna Graf

Das Ausstellungsjahr in der Sammlung Falckenberg beginnt mit „FUZZY DARK SPOT – Videokunst aus Hamburg“. Die Ausstellung versammelt bis zum 03. November 2019 Videoarbeiten vornehmlich Hamburger Künstler*innen von den 1970er Jahren bis heute und präsentiert in sowohl thematischen als auch monografischen Stationen historische und aktuelle Produktionen.


Die Ausstellung untersucht, wie Video in der Kunst gesellschaftliche sowie mediale Irritationen und Manipulationen interpretiert.

FR 26 APR 19 | Sammlung Falckenberg, Phoenix-Hallen
FUZZY FRIDAYS von 16 bis 20 Uhr
Kuratorenführung mit Wolfgang Oelze 18 Uhr
Eintritt: 10 Euro / erm. 6 Euro | Keine vorherige Ticketbuchung erforderlich.

Felder dieser Untersuchung sind die Bezugnahme der Videokunst auf das Fernsehen, die aufklärerische Bewegung der Gegenöffentlichkeit der 1970er Jahre, der Einsatz von Video als Überwachungsmedium, als Mittel künstlerischer Narration, als psychosozialer Spiegel sowie als Instrument der Selbstoptimierung in der digitalen Gegenwart.

Nam June Paik - TV Buddha, 1989,
Closed-Circuit-Installation, 200 x 100 x 65 cm (Höhe Kamera ca. 110 cm),
Metallrahmen, Erde, Kopf einer Buddha-Figur, Kamera, Fernseher
© Nam June Paik Estate, New York, 2010/ Sammlung Falckenberg, Hamburg, 
Foto: Jens Ullheimer

Der große Einfluss von Videobildern auf die kollektive Erinnerung und das Bewusstsein im 20. und 21. Jahrhundert lässt den Zweifel am Bild, das Unbehagen am Gewohnten sowie das Misstrauen gegenüber Wahrheitsansprüchen zu wichtigen Motiven künstlerischer Reflexion werden. Die Klammer der zusammengeführten Arbeiten benennt der Titel der Ausstellung, der einen nebulösen, unscharfen, im Dunkeln liegenden Punkt, Ort oder Zustand umschreibt. Der Begriff Fuzzy Dark Spot entstammt einem Internetforum, in dem über Schimmel, der Kameralinsen kontaminiert hat, diskutiert wird.

Die von dem Hamburger Videokünstler Wolfgang Oelze kuratierte Ausstellung knüpft programmatisch an die Ausstellungen Weisser Schimmel (2010) und Capitain Pamphile (2011) an, die mit spezifischen kuratorischen Konzepten einen Blick auf die vielfältigen Arbeiten Hamburger Künstler*innen im Kontext der Sammlung Falckenberg erlaubten.

Teil der Ausstellung ist ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Künstlergesprächen, Screenings und Vorträgen in der Sammlung Falckenberg sowie Filmvorführungen im Metropolis Kino. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Teilnehmende Künstler*innen: Vito Acconci, Gabor Altorjay, John Bock, Claus Böhmler, Öyvind Fahlström, Harun Farocki, Jeanne Faust, Lee Friedlander, Gintersdorfer/Klaßen, Rosanna Graf, Britta Gröne/Peter Piller, Romeo Grünfelder, Christian Jankowski, Volko Kamensky, Naho Kawabe, Mike Kelley, Jon Kessler, Nina Könnemann, Till Krause, Vlado Kristl, Lene Markusen, Paul McCarthy, Aurelia Mihai, Ernst Mitzka, Vanessa Nica Mueller, Karina Nimmerfall, Wolfgang Oelze, Tony Oursler, Nam June Paik, Stefan Panhans Rotraut Pape/Raskin, reproducts, Rainer Korsen/Gerd Roscher, Oliver Ross, Gerhard Rühm, Swen Erik Scheuerling, Corinna Schnitt, Paul Spengemann, Hans Stützer, Mike Mandel/Larry Sultan, Inga Svala Thorsdottir, Helena Wittmann und Steffen Zillig.

Lee Friedlander | aus der Serie "Little Screens", 1963 - 1969, 
Copyright: Sammlung Falckenberg, Hamburg
Foto: Jens Ullheimer

Ergänzt wird die Ausstellung mit Arbeiten aus der Sammlung Falckenberg.

Interessant ist hier z.B. die Fotoserie „The Little Screens“ von Lee Friedlander. Interessant und glücklicher Umstand auch die Präsentation mit NICHT-spiegelnden Rahmungen!

Die Fotoserie erschien erstmals 1963 als Bildessay in Harper’s Bazaar, mit einem Kommentar von Walker Evans ( „Kleine Gedichte des Hasses, geschickt und geistreich“). Sechs unbetitelte Fotos zeigen Fernsehbildschirme, die leuchtende Bilder von Gesichtern und Figuren in leere Räume von Häusern und Motels in ganz Amerika übertragen. Zwischen 1963 und 1969 wuchs die Serie, wurde aber erst 2001 in einer Ausstellung in der Fraenkel Gallery, San Francisco, vollständig zusammengeführt. Die Fotoserie dokumentiert nicht nur ikonografische Geisterzimmer, sondern enthüllt auch eine neue Realität – die Allgegenwart von Fernsehbildschirmen und eine unheimliche Bedrohung von Fernsehstimmen und -persönlichkeiten.


SAMMLUNG FALCKENBERG
Wilstorfer Straße 71 | Phoenix-Hallen / Hamburg-Harburg

FUZZY DARK SPOT
Videokunst aus Hamburg

13. April bis 3. November 2019

EINTRITTSPREISE
10 Euro normal, 6 Euro ermäßigt, freier Eintritt für Kinder und Jugendliche
bis einschließlich 17 Jahre.
Div. Gruppenpreise und Rabatte, weitere Infos unter www.deichtorhallen.de/eintrittspreise.

ÖFFNUNGSZEITEN
Der Besuch der Sammlung Falckenberg ist jeden 1. Sonntag im Monat
auch ohne Anmeldung möglich.
Geöffnet von 12 – 17 Uhr.

FUZZY FRIDAYS von 16 bis 20 Uhr, ohne vorherige Ticketbuchung.
26. April 2019, 07. und 14. Juni 2019, 9. und 30. August 2019, 13., 20. und 27. September 2019 und 25. Oktober 2019.
An diesen Tagen findet jeweils um 18 Uhr eine Sonderveranstaltung statt.
Eintritt: 10 Euro / erm. 6 Euro

ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN
Sammlung Falckenberg: Do/Fr 18 Uhr, Sa 15 Uhr, So 12 und 15 Uhr (außer am 1. So im Monat).
Eintritt und Führung: 15 Euro/Person
Eine Anmeldung zu den öffentlichen Führungen in der Sammlung Falckenberg ist erforderlich über das Buchungssystem | ANMELDEN

Neue E-Mail-Adresse: [email protected],
Telefon: 040-32506762

Die Sammlung Falckenberg, Harburg ist eine Dependance der Deichtorhallen, Hamburg.

———

SOCIAL MEDIA anonym durch Einsatz des c't-Projektes Shariff

Harburger Kultur | Artikel-Tipps