CARMEN KORN – Zeitenwende | Bücherhalle

CARMEN KORN – Zeitenwende | Bücherhalle

Carmen Korn liest am MI 03 APR 19 in der Bücherhalle Harburg aus ihrem aktuellen Roman „Zeitenwende“. Eine Veranstaltung im Rahmen der suedlese Literaturtage im Hamburger Süden.


Der ersehnte Abschluss der Jahrhundert-Trilogie begleitet Henny, Käthe, Lina und Ida vom Deutschen Herbst über die Wiedervereinigung bis hin zur Jahrtausendwende. Doch aus den Freundinnen sind inzwischen Mütter und Großmütter geworden und die nächste Generation steht bereit, um ihre Freundschaft fortzuführen.

Henny Unger feiert einen runden Geburtstag, siebzig Jahre ist sie geworden. So alt wie das Jahrhundert. Beim Gartenfest an ihrer Seite: die Freundinnen Käthe, Lina und Ida – wie seit Jahrzehnten schon. Doch längst hat sich der Kreis der Gratulanten erweitert. Aus den vier Freundinnen sind Mütter und Großmütter geworden. Hennys Enkelin Katja träumt davon, als Fotoreporterin um die Welt zu reisen, Idas Tochter Florentine kehrt mit einer Überraschung nach Hamburg zurück. Und auch Ruth, die Adoptivtochter von Käthe, ist fester Teil des Freundschaftsbunds. Denn zu Hennys großer Freude führt die nächste Generation die Tradition fort: Sie teilen Glück und Leid miteinander, die kleinen und die großen Momente.

Vom Deutschen Herbst über die Wiedervereinigung bis zur Jahrtausendwende – anhand der vier Familien aus Uhlenhorst erzählt Spiegel-Bestsellerautorin Carmen Korn ein Jahrhundert bewegter und bewegender deutscher Geschichte. Mit „Zeitenwende“ findet die Jahrhundert-Trilogie ihren Abschluss.

AUDIO | Carmen Korn „Zeitenwende“, gelesen von der Autorin – Hörprobe


Ein Interview mit Carmen Korn

Wie sind Sie auf das Thema gekommen? Und warum schreiben Sie ausgerechnet über diese vier Frauen?

Inspiriert haben mich eigentlich die Frauen aus meiner Familie, die zwei Generationen vor mir gelebt haben, meine Großmütter, deren Schwestern, Schwägerinnen. Als kleines Kind habe ich oft bei ihnen gesessen und zugehört, wenn sie von verloren gegangenen Träumen, von Liebe und dem Wegbleiben von Liebe erzählten, wenn sie ihre Erinnerungen aus dem Krieg erzählten, und vermutlich haben sie gedacht, dass das Kind das gar nicht so richtig mitkriegt. Aber das Kind hat sich manches nicht zusammenreimen können, aber die Phantasie hat dann fette Beute gemacht bei diesen Gesprächen von Großmüttern und Großtanten. Und vieles aus deren Leben und aus deren Persönlichkeiten habe ich in diese vier Frauen getan, über die ich geschrieben habe. Henny, Käthe, Lina und Ida haben etwas von ihnen, trotz dieser sehr unterschiedlichen Milieus, aus denen die vier kommen.


Carmen Korn – Zeitenwende
Jahrhundert-Trilogie
Vier Frauen. Vier Familien. Ein Jahrhundert.

LESEPROBE

Gebundene Ausgabe
560 Seiten
Kindler Verlag
Sprache: Deutsch
12,5 x 4,3 x 20,5 cm

Über die vier Frauen hinaus gibt es ganz wunderbare Männerfiguren, zum Beispiel der jüdische Arzt Kurt Landmann oder auch Käthes Vater. Hatten Sie für all diese Figuren von Anfang an einen genauen Plan im Kopf oder haben die sich auch während des Schreibens entwickelt?

Also für Kurt Landmann hatte ich überhaupt keinen Plan, der kam in meinen Plänen überhaupt nicht vor. Der ist mir geradezu aus dem Kreissaal gesprungen, in großem Zorn über einen Vorfall, der sich dort ereignet hat und ja, er wurde immer wichtiger für die Geschichte und hatte große Aufgaben zu erfüllen. Käthes Vater war von Anfang an vorgesehen, doch er hat sich ganz anders entwickelt. Die Figur bekam im Laufe des Schreibens eine ganz andere Tiefe, auch eine liebenswertere. Er und seine Frau Anna, die er Annsche nennt, kleine Leute aus einem sehr bescheidenen Milieu, wurden dann plötzlich ein berührendes Liebespaar, das einen ganz warmen Glanz bekommen hat und das hat mich dann sehr gefreut, wenn man sie plötzlich so heranholt und sie einem ans Herz wachsen.

«Töchter einer neuen Zeit» ist der Auftakt einer Trilogie, die das gesamte 20. Jahrhundert umfasst. Band 2 «Zeiten des Aufbruchs» spielt in der Nachkriegszeit, in den Fünfzigerjahren. Liegt Ihnen diese Zeit besonders am Herzen?

Da war ich ja schon dabei, in den Fünfzigerjahren, da habe ich schon Erinnerungen dran und die haben mich auch immer fasziniert. Obwohl vieles in Trümmern lag und ich mich an diese Bilder von halben Häusern mit Resten von Küchenkacheln erinnern kann, hat irgendwie diese Zeit für mich so ein dauerhaftes Frühlingslicht gehabt. Das war die Zeit der Schlagerfestivals in Baden-Baden, in Sanremo, die Zeit der Cocktails, der Cocktailkleider, an den Bars wurden Gin Fizz getrunken und man träumte vom Lago Maggiore. Das waren irgendwie die Zeiten des Aufbruchs, die ganz besonders pastellfarben schienen, obwohl vielleicht andere Menschen andere Erinnerungen daran haben, aber bei mir sind es auch die glückseligen Kindererinnerungen.

Mögen Sie uns ein bisschen neugierig machen, wie es mit Henny und den anderen weitergeht?

Es wird noch vieles passieren in diesem Jahrhundert und in diesen Jahren mit meinen vier Heldinnen und sie werden Liebe finden und sie kommt ihnen abhanden und ja, Hochzeiten, Geburten, Todesfälle gibt es und Träume und Träumchen werden zerschlagen, das ganz normale Leben eben.


MI 03 APR 19 | Bücherhalle Harburg 20 Uhr, Einlass ab 19.30 Uhr.
Carmen Korn liest aus „Zeitenwende“ | Eintritt: 10 Euro

Die Premierenlesung in den Hamburger Kammerspielen war ausverkauft.
Kartenvorverkauf für diese suedlese-Veranstaltung gibt es in der Bücherhalle Harburg.

Bücherhalle Harburg
Eddelbüttelstr. 47a


suedlese Literaturtage 2019 | Das Programm


Carmen Korn wurde 1952 in Düsseldorf als Tochter des Komponisten Heinz Korn geboren. Nach ihrer Ausbildung an der Henri-Nannen-Schule arbeitete sie als Redakteurin u.a. für den «Stern». Sie ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

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