
Peter Sempel
Sag NÖ zu Leerstand
Mit einer Guerilla-Marketing-Aktion in eigener Sache [ Sag NÖ zu Leerstand - Party, Livemusik und Ausstellung ] wollten die Kulturaktivisten des KKTF Festival Harburger Stadtpark die Aufmerksamkeit der Harburger Music Night nutzen und in das ehemalige Freizeitzentrum Nöldekestraße einladen, um auf den dortigen Leerstand hinzuweisen und das seit einem Jahr leer stehende, geschichtsträchtige Haus mit Kunst und Kultur zu füllen.
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Leider musste der KKtF e.V. die für den SA 08 OKT 11 geplante Veranstaltung “Sag Nö zu Leerstand” im ehemaligen FZ Nöldekestraße absagen, stattdessen wurde eine Party im Garten des FZ von der städtischen Immobilienverwaltung Sprinkenhof toleriert.
Originalton:
Im Verlauf der Organisation bekamen wir, vor allem von der Sprinkenhof AG, welche die endgültige Zusage erteilen musste, nach und nach immer mehr Steine in den Weg gelegt und es wurden uns unverständliche und nicht nachvollziehbare Hürden aufgebaut um …die benötigte Genehmigung zu erhalten.
Wir sind der Meinung wir wurden vornehmlich von der Sprinkenhof AG, systematisch hingehalten, mit dem Ziel, dass wir aufgrund des enormen behördlichen Aufwands, schließlich von uns aus kapitulieren würden. Das taten wir allerding nicht und somit erhielten wir erst gestern, am 07. Oktober eine endgültige, offizielle Absage.
Zu diesem Zeitpunkt, da wir nie die Hoffnung auf eine behördliche Genehmigung aufgegeben hatten, waren von uns schon zahlreiche Künstler_innen, Kulturschaffende und Musiker_innen kontaktiert und engagiert worden. All unseren Unterstützer_innen, Teilnehmer_innen, Helfer_innen und Gästen mussten wir daraufhin in letzter Sekunde absagen.
Wir werden dennoch ein kleines Programm auf dem Parkplatz vor der Nöldekestraße 19 anbieten sowie eine VoKü. Dies sind wir unseren Gästen und Sympathisanten schuldig, da wir es aufgrund der knappen Absage nicht mehr schaffen konnten, alle Eingeladenen Freunde und Freundinnen darüber zu informieren.
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Wir sagen nö zu Leerstand! Wir sagen Ja zur Nö!
Als die organisatorischen Schwierigkeiten mit der Sprinkenhof AG immer offensichtlicher wurden, begann sich ein Kollektiv zu formieren, welches aus Mitgliedern des KKtF e.V., dazu gestoßenen Interessierten, beteiligten Künstler_innen, Musiker_innen und Anwohner_innen besteht, welche sich diesen Umgang nicht bieten lassen will.
Angelehnt an den Namen der eigentlich geplanten Party ‚Sag nö zu Leerstand’ wurde die Initiative ‚Ja zur Nö’ gegründet. Wir sind Teil des ‚recht auf Stadt’-Netzwerkes. Wir als KKtF e.V. erklären unsere Solidarität mit der neu gegründeten Initiative und hoffen, dass erreicht wird auf diese Missstände aufmerksam gemacht wird.
- Die Initiative ‚Ja zur Nö’ will sich nicht länger den festgefahrenen Verwaltungsstrukturen beugen!
- Die Initiative ‚Ja zur Nö’ will selbstorganisiert und unabhängig Kunst, Kultur und Politik machen!
- Die Initiative ‚Ja zur Nö’ will das Haus in der Nöldekestraße 19 nicht verfallen lassen und es mit neuem Leben füllen!
- Die Initiative ‚Ja zur Nö’ fordert Freiräume!
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NEUE INITIATIVE GEGRÜNDET | Kultur für Harburg
LENA KAISER für die TAZ | Artikel lesen
Eine Stadtentwicklung von unten wird nun auch im Hamburger Süden gefordert: In Harburg hat sich die Initiative “Ja zur Nö” gegründet. Darin haben sich KünstlerInnen, Kulturschaffende und AnwohnerInnen zusammen getan. Das gemeinsame Ziel: das seit einem Jahr leer stehende ehemalige Freizeitzentrums in der Nöldekestraße kulturell nutzen zu können.
Anders als die Initiative erwartet der Bezirk Harburg im Falle einer Nutzung des Areals einen erheblichen Instandhaltungsaufwand. Die Stadtplanungsabteilung denke darüber nach, was mit dem Gebäude und der Polizeiwache passieren könnte, sagt Holger Stuhlmann vom Bezirksamt. Konkrete Pläne gebe es aber keine.
Am Anfang war das FZ Nöldeckestraße 1976
Seit 1972 geisterte in den Köpfen vieler unzufriedener Harburger Schulsprecher und Vertreter verschiedener Jugendorganisationen die Idee herum, in Harburg eine Einrichtung für Jugendliche zu schaffen. Ende 1975 wurde der Verein „Freizeitzentrum Hamburg-Harburg e.V.“ gegründet und ein eigenes Gebäude in der Nöldekestraße erspäht, das ehemalige Kinderheim „Magaretenhort“. Nach vielen fröhlichen Renovierungspartys konnten Ende 1976 das Haus für die ersten Besucher geöffnet werden.
Ganz im Zuge der Zeit setzte man damals vor allem auf basisdemokratische Selbstorganisation und schuf einen Ort nicht nur für Jugendliche. Das “Freizeitzentrum Nöldekestraße“ (liebevoll „FZ“ genannt) wurde ein kreativer Ort für Jung und Alt, ein Ort zum Wohlfühlen, ein Hafen für viele Selbsthilfegruppen, ein Forum um sich auszuprobieren, ein spannender Ort mit nicht alltäglicher Kultur.
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FZ Nöldekestraße 19
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